Wie in anderen Industrieländern ist auch in der Schweiz eine Zunahme der nicht übertragbaren Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen festzustellen. Vier der Hauptfaktoren, die das Auftreten solcher Krankheiten begünstigen, haben mit der Ernährung zu tun: Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte, Übergewicht oder Fettleibigkeit sowie ungenügender Konsum von Früchten und Gemüse. «Eine ausgewogene Ernährung ist deshalb bereits im Kindes- und Jugendalter besonders wichtig. Die Gesundheit des Kindes wird schon während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren massgeblich durch die Ernährung beeinflusst», betont Liliane Bruggmann, Leiterin des Fachbereichs Ernährung beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Das neue Bundesamt ist seit Januar 2014 für die Umsetzung der Förderung einer ausgewogenen Ernährung zuständig.

Alkohol und Tabak

Das Bundesamt für Sport (BASPO) wiederum hat den Auftrag, Sport und Bewegung für alle Alters- und Leistungsgruppen in der Schweiz zu fördern, und zwar auf nationaler, kantonaler und regionaler Ebene. «Jugend und Sport» ist das grösste Sportförderungswerk des Bundes. Es bietet Sportkurse und Lager für Kinder und Jugendliche in rund 70 unterschiedlichen Sportarten und Disziplinen an. Ein weiterer Pfeiler sind die Alkoholprävention an Schulen für die Zielgruppe Teenager, die wirksame Hilfe für Kinder und Jugendliche aus alkoholbelasteten Familien und eine Sensibilisierung von Lehr- und Fachpersonen für alkoholbedingte Schäden während der Schwangerschaft. Beim nationalen Programm Tabak geht es unter anderem darum, Jugendliche darin zu unterstützen, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen.

Zwei sinnvolle Konzepte

Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlenen Massnahmen richten sich teils direkt an Kinder und Jugendliche, teils an deren erwachsene Bezugspersonen. «Die Prävention des BAG orientiert sich einerseits an typischen Volkskrankheiten, die verhütet werden können, anderseits an den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und setzt einen Schwerpunkt auf Früherkennung und Frühintervention», erläutert Dagmar Costantini, zuständig für das «Bildung und Gesundheit Netzwerk Schweiz» beim BAG. Die Gesundheitsförderung orientiert sich dagegen an einem ganzheitlichen Verständnis von Gesundheit. Sie bezweckt die Stärkung der individuellen und kollektiven Ressourcen für das physische, psychische und soziale Wohlbefinden. «Die zwei Ansätze der Gesundheitsförderung und der Prävention ergänzen sich insofern, als sie darauf abzielen, die Gesundheit zu fördern, zu erhalten und wiederherzustellen», betont Costantini.

Ausgewogene Kombination

Damit Präventionsmassnahmen wirksam sind, müssen sie zielgruppengerecht, langfristig ausgerichtet und gesellschaftlich akzeptiert sein. So sind etwa Einschränkungen bei der Werbung, Erhältlichkeit oder bei der Preisgestaltung zwar am wirksamsten und kostengünstigsten, sie sind jedoch häufig politisch und gesellschaftlich umstritten. Es brauche deshalb insbesondere attraktive Rahmenbedingungen, die ein gesundes Verhalten vereinfachen, wie etwa gut ausgebaute Velowege und gesunde Menüs in Mensen, sagt Ursula Koch, Abteilungsleiterin Nationale Präventionsprogramme beim BAG. Eine wirksame Prävention benötige letztlich immer eine ausgewogene Kombination verschiedener Massnahmen. Dass Prävention wirkt, zeigen Studien: Jeder für die Prävention etwa von Verkehrsunfällen, Tabakkonsum und Alkoholmissbrauch eingesetzte Franken habe eine positive Rendite, so Koch.