Wie viele Kinder sterben bei Unfällen?

Laut Bundesamt für Statistik ist in der Altersgruppe von 1 bis 14 Jahren das akute Unfallgeschehen mit ca. 40 Prozent bei den Knaben und ca. 22 Prozent bei den Mädchen eine der häufigsten Todesursachen in der Schweiz.

Wie kann man den Tod bei einem Unfall wirkungsvoll verhindern?

Es gibt leider Fälle, in denen der starke Schlag oder Stoss gegen einen Körperteil (medizinisch «Trauma») so stark ist, dass die Kinder diese Welt in wenigen Minuten verlassen müssen.

Bei den andern Fällen sterben Kinder wegen des progressiven Lungenversagens und wegen Ateminsuffizienz. Der Tod kommt innerhalb weniger Stunden, kann jedoch vermieden werden, wenn die Behandlung prompt und wirkungsvoll ist.

Leider gibt es auch Fälle, in denen die Kinder erst nach einigen Tagen aufgrund von Infektionen oder des Versagens der Organe sterben.

Entsprechende strukturierte Sofortmassnahmen in den ersten Stunden verringern die Mortalität auch in dieser Gruppe.

Warum braucht ein Kind andere erste Hilfe-Massnahmen als ein Erwachsener?

Ein Kind stirbt im Gegensatz zum Erwachsenen selten primär an einem Herzversagen, sondern an Atemstillstand. Dies ist die Folge der unterschiedlichen anatomischen, physiologischen und psychischen Anlagen.

Das Freilegen der Atemwege und damit die Sauerstoffzufuhr ist bei Kindern zentraler als bei Erwachsenen, bei denen das Herzversagen und damit die Defibrillation im Vordergrund stehen.

Das Glück bei Kindern: Sauerstoff haben auch Laien immer dabei. Ein einziger Retter ohne spezifische Ausrüstung kann diese lebensrettende Massnahme jederzeit anbieten.

Aus Ihrer Sicht sollten also möglichst viele Eltern geschult werden?

Notfallschulung für Erwachsene ist anerkannt und Standard. Standardisierte Kurse für Laien, Berufsbetreuer (Krippen, Sportclubs) und Profis (Mediziner und medizinische Hilfskräfte) ausgerichtet auf Kinder tragen wesentlich dazu bei, dass eine möglichst grosse Zahl von Kindern die wesentlichen einfachen lebensrettenden Massnahmen sofort und strukturiert erhält. Ich bin überzeugt davon, dass damit Kinderleben gerettet werden können.