Interfetilität

Was Frau präventiv tun kann

Jedes sechste Paar bleibt ungewollt kinderlos. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Doch der unerfüllte Kinderwunsch muss nicht länger als Schicksal hingenommen werden.

Oft reicht es bereits, den eigenen Lebensstil umzukrempeln – manchmal ist jedoch eine Behandlung erforderlich. Frauen sollten sich primär im Klaren darüber sein, dass ihre Fruchtbarkeit ab 32 Jahren rasant abnimmt.

Auch für eine eventuelle Behandlung sollten sie den optimalen Zeitpunkt nicht verpassen: Nach 35 Jahren nehmen die Erfolgsaussichten auf eine Schwangerschaft langsam, nach 40 Jahren massiv ab.

Präventiv sollten Frauen mit Kinderwunsch auf Genuss- bzw. Suchtmittel wie Zigaretten und Alkohol verzichten und ihren Kaffeekonsum mässigen. Förderlich für die Fruchtbarkeit sind auch das Vermeiden von Über- und Untergewicht, die damit einhergehende gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft.

Unerlässlich ist die regelmässige Einnahme von Folsäure in Form von Vitaminpräparaten, mit der die Frau mindestens ein bis drei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft beginnen sollte.

Neben körperlichen Auslösern und Umweltbelastungen können auch seelische Faktoren wie Stress eine Unfruchtbarkeit steigern. Hier kann es helfen, Entspannungstechniken durchzuführen oder einfach einmal eine längere Auszeit zu nehmen.

Die Frau sollte zudem neben dem Kinderwunsch auch andere Ziele und Ideen nicht aus den Augen verlieren. Betroffenen Frauen und Männern fällt es oft sehr schwer, über ihre ungewollte Kinderlosigkeit zu versprechen.

Gerade gegenüber Freunden und Familie sollte man aber versuchen, offen zu sein, da auch das Verheimlichen der Problematik sehr belastend sein kann.

Weiterer mentaler Druck kann entstehen, wenn sich beim Sex nur noch alles ums Schwangerwerden dreht oder das eigene Sexualleben durch die Behandlung diktiert wird.

Generell sollten Frauen regelmässig mit ihrem Partner eine neue Standortbestimmung durchführen und allenfalls einen gemeinsamen «Plan B» für die Zukunft haben. 

 

Zeugungsunfähigkeit

Was Mann präventiv tun kann

Die vielfältigen Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit liegen etwa gleich häufig bei Männern und Frauen. Sie sind zu je 40 Prozent auf eine Unfruchtbarkeit (Infertilität) der Frau bzw. Zeugungsunfähigkeit des Mannes zurückzuführen.

Etwa in 20 Prozent der Fälle liegt bei beiden eine Sterilität vor. Bleibt eine Schwangerschaft trotz ungeschütztem Geschlechtsverkehr über längeren Zeitraum aus, ist es sinnvoll, dass sich die Partner ärztlich untersuchen lassen.

Zuweilen können komplementärmedizinische Massnahmen helfen, in anderen Fällen bringt eine künstliche Befruchtung den gewünschten Erfolg. Präventive Optimierungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Familienplanung gibt es nicht nur für das weibliche Geschlecht, sondern auch für den Mann.

Genussmittelverzicht, Gewichtskontrolle, eine ausgewogene Ernährung und regelmässige körperliche Betätigung gelten gleichermassen für Mann und Frau.

Männer können zudem etwas Gutes für sich tun, indem sie möglichst oft zu Samenergüssen kommen (ca. zwei- bis dreimal pro Woche). Während für Frauen Folsäure vor und während der Schwangerschaft elementar ist, sollten Männer auf die regelmässige Einnahme von Vitamin C, Vitamin E und Zinkglukonat achten.

Vorsicht vor heissen Bädern und Saunagängen: Die Hoden müssen vor Überhitzung geschützt werden, um eine optimale Samenqualität zu gewährleisten. Und bezüglich Stress: Entspannungstechniken zum Stressabbau oder ein längerer gemeinsamer Urlaub mit der Partnerin können viel bewirken.

Für Paare, die sich medizinisch behandeln lassen, ist es sogar unerlässlich, sich stressfrei in Behandlung zu begeben.

Auch Männer sollten neben dem Kinderwunsch noch andere Ziele und Träume im Leben haben, ihre Freundschaften pflegen, familiäre Kontakte erhalten (mit denen man offen kommunizieren kann) sowie das eigene (Sexual-)Leben und die Partnerschaft nicht durch den Kinderwunsch oder eine eventuelle Behandlung diktieren lassen