«Gerade weil Kinder und Jugendliche in vielen Bereichen noch unselbstständig sind, sind Erwachsene besonders gefordert, sie im Hinblick auf ihre Rechte zu schützen», betont Julika Funk von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Eine Grundvoraussetzung für einen wirkungsvollen und nachhaltigen Schutz der Kinderrechte sei die Bekämpfung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit sowie eine bessere Bildung und Aufklärung von benachteiligten Kindern und Erwachsenen.

Schule nimmt zentrale Rolle ein

«Die Garantie von Menschenrechten ist in erster Linie Aufgabe des Rechtsstaates», betont Funk. Alle Staaten, welche die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert haben, hätten sich dazu verpflichtet, regelmässig über allfällige Probleme Bericht zu erstatten. Hier, so Funk, spielen die Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) eine entscheidende Rolle. «Gerade in Staaten, in denen Menschenrechte verletzt werden, sind die von NGOs erarbeiteten Schattenberichte von grosser Bedeutung, da sie dem Thema Öffentlichkeit verschaffen.» Neben der breiten Öffentlichkeit  müssen aber auch die Kinder selbst für das Thema Kinderrechte sensibilisiert werden. «Damit Kinder und Jugendliche ihre Rechte selbst einfordern und nutzen können, müssen sie zuerst über ihre Rechte informiert sein», sagt Funk weiter. Die Schule nehme dabei eine zentrale Rolle ein. «Nicht nur ist die Schule der Ort, an dem das Recht zum Zugang zu einer qualitativ guten Bildung verwirklicht wird, Schulen sind auch der Ort, an dem die Kinder lernen, welche Rechte sie haben.» Aus diesem Grund steht der Zugang zu Bildung in den Auslandsprojekten der Stiftung an oberster Stelle. Alle Kinder – unabhängig ihrer sozialen, religiösen oder kulturellen Herkunft – müssen Zugang zu Bildung haben. Nur so können die Rechte von Kindern langfristig und nachhaltig in der Gesellschaft verankert werden.