Aus welchen Gründen braucht ein Kind Physiotherapie?

Hier ist das Spektrum an Diagnosen riesig. Denn grundsätzlich können Kinder die gleichen Diagnosen haben wie Erwachsene. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt aber sicherlich auf Säuglingen und Kleinkindern. Ein häufiges Leiden bei Babys ist der sogenannte Schiefhals. Dieser entsteht dadurch, dass das Kind mit dem Kopf  immer auf der gleichen Seite liegt. Auch Babys mit Geburtsschwierigkeiten oder Frühgeburten werden von uns behandelt. Frühgeburten haben häufig ein erhöhtes Risiko, neurologische Auffälligkeiten zu entwickeln. Deshalb ist es wichtig, diese Kinder schon frühzeitig mit Physiotherapie zu begleiten. Zudem kommen Säuglinge mit motorischen Störungen oder mit einem schwachen Muskeltonus zu uns. Hier müssen wir sehr aufmerksam beobachten, wie sich die Kleinen entwickeln – in manchen Fällen kann sich ein genetisches Syndrom dahinter verstecken. Für Kinder mit zystischer Fibrose ist die Atemtherapie ein wichtiger Bestandteil ihrer Behandlung. Schulkinder kommen oftmals wegen Haltungsinsuffizienz oder Skoliose in die Physiotherapie. Auch benötigen Kinder nach Auto-, Ertrinkungsunfällen, Verbrennungen oder Stürzen Physiotherapie.

Wie läuft die Physiotherapie bei Kindern ab?

Wir arbeiten sehr spielerisch mit den Kindern. Ein Baby oder Kleinkind versteht ja nicht, wenn wir ihm sagen, dass es sein Bein strecken soll. Also gestalten wir die Spiele so, dass sich die von uns gewollten Bewegungsabläufe ergeben.

Welches sind die zentralen Herausforderungen Ihrer Arbeit?

Kinder sind, im Gegensatz zum Erwachsenen, in körperlicher Entwicklung. Darauf müssen wir Rücksicht nehmen und die Übungen entsprechend gestalten. Ein grosser Teil unserer Arbeit ist zudem die Begleitung der Familie. Wir arbeiten sehr eng und oftmals auch über einen langen Zeitraum mit den Eltern zusammen. Dabei unterstützen wir sie im Prozess, eine Einschränkung oder Behinderung des Kindes zu akzeptieren und damit umzugehen.