Schwimmen gilt als «Sicherheitssportart». Das heisst, dass ein Fehlverhalten sehr schlimme Unfälle verursachen kann. Kinder sollten deshalb möglichst früh eine «Selbstrettungs-Kompetenz» erlangen, um sich selbst aus Gefahrensituationen befreien zu können. Dazu Barbara Moosmann, Geschäftsführerin von Swiss Swimming Federation: «Die Kompetenz, sich im Wasser auf den Rücken drehen und sich in dieser Lage über Wasser halten zu können, kann entscheidend sein.  Kinder, die früh das Schwimmen erlernen, kennen auch die Gefahren und ihre persönlichen Möglichkeiten und Limiten besser.» Im frühen Kindesalter ist zudem die Fähigkeit, neue Bewegungen (entsprechend der jeweiligen körperlichen Entwicklung) zu lernen, sehr hoch.

Babyschwimmkurse lohnen sich

Schon Babys können von einem Schwimmkurs profitieren. «Wir empfehlen, dass die Eltern, beispielsweise durch den Besuch eines Babyschwimmkurses, bereits sehr früh mit den Babys den Kontakt mit dem Wasser suchen. Dies kann die Angst vor dem fremden Element vermindern und vermittelt dem Kind eine natürliche Sicherheit im Wasser», so Moosmann. Dabei lernen sie auch die Gefahren und das richtige Verhalten im und rund ums Wasser früh kennen. «Kinder, die im Babyalter keine «Lernerfahrungen» mit dem Wasser machen konnten, sollten mit vier Jahren mit der Basis-Wasserausbildung in einer Schwimmschule beginnen», empfiehlt Moosmann.

Schwimmen lernen

Wie läuft eine solche Basis-Wasserausbildung konkret ab? «Schwimmen lernen beginnt immer mit dem Aufenthalt im Wasser – der Wassergewöhnung. Dann lernen die Kinder die Basiskompetenzen des Schwimmens: schweben, gleiten und unter Wasser ausatmen.» Darauf werden Wechselschlagbewegungen aufgebaut, beginnend mit dem Kraulbeinschlag in Rücken und Bauchlage. Anschliessend werden nach und nach die Teilbewegungen für die Lagen Rücken und Kraul zusammengesetzt, bis die Koordination der Arme, Beine und der Atmung ausgeführt werden kann. Die Wechselschlagbewegungen sind für die Kinder einfacher auszuführen, da sie einem natürlichen Bewegungsmuster folgen. Beim Schwimmen auf dem Rücken fällt die Ausatmung unter Wasser weg, was eine weitere Vereinfachung darstellt. Anschliessend folgen die Gleichschlagbewegungen mit den Schwimmlagen Brust und Delfin.  «Das Brustschwimmen ist von der Bewegungsausführung her sehr komplex und erfordert gut ausgebildete Koordinationsfähigkeiten. Die Kinder sind erst ab etwa sechs Jahren koordinativ weit genug entwickelt, um die Bewegungen des Brustschwimmens sauber ausführen zu können. Das Delfinschwimmen erfordert zusätzlich zu den koordinativen Anforderungen eine erhöhte Kraftfähigkeit, die sehr junge Kinder noch nicht haben», erklärt Barbara Moosmann.

Es ist nie zu spät schwimmen zu lernen

Wer im Jugend- oder Erwachsenenalter schwimmen lernt, bekommt grundsätzlich den gleichen Aufbau wie im Kindsalter. «Auch bei Erwachsenen, die in ihrer Jugend nur wenig oder unangenehmen  Kontakt mit dem Wasser hatten, kann die Angst ein zentraler Faktor sein, welchen es zuerst zu überwinden gilt. Sobald sie die Eigenschaften und die Gefahren  des Wassers kennen und einschätzen können, kann mit dem eigentlichen Schwimmenlernen begonnen werden.» Laut Moosmann ist es wichtig, dass auch Erwachsene Schwimmkurse besuchen oder sich ab und zu eine Lektion mit einem Profi gönnen. Und nicht vergessen: Auch im Erwachsenenalter braucht richtiges Schwimmenlernen viel Übung und auch Geduld. «Insbesondere die korrekte Atmung, die wesentlich zu einer guten Wasserlage beiträgt, braucht viel Übung», so Barbara Moosmann abschliessend.