Waren Sie heute schon im Wald?

(lacht) Heute war ich nicht im Wald. Aber ich habe mich sonst sportlich betätigt. Bewegung gehört nach wie vor zu meinem Alltag.

Wie oft gehen Sie denn heutzutage noch in den Wald?

Bewegung ist einer der wichtigsten Bausteine für eine gute Gesundheit. Und eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Fast jeden Tag. Ich finde nun mal im Wald eine gewisse Ruhe und Erholung. Es muss nicht mehr immer mit Karte und Kompass sein. Aber gerade jetzt, wo es Frühling wird, findet dann wieder jedes Wochenende ein OL-Wettkampf statt. Ich trainiere regelmässig.

Sie gehen weiterhin an OL-Wettkämpfe? Sie beendeten ja Ihre Spitzensportler-Karriere 2013.

Ja. Ich laufe einfach keinen OL mehr auf internationalem Niveau. Aber hier in der Schweiz mache ich immer noch sehr aktiv mit.

Sind Sie mit Ihren 23 Goldmedaillen nicht eine gefürchtete Gegnerin?

(lacht) Doch schon ein bisschen. Letztes Jahr etwa gewann ich die Schweizer Meisterschaft.

Sie sind dreifache Mutter. Ihr Mann ist ebenfalls Orientierungsläufer. Ich stelle mir die ganze Familie Niggli-Luder dauernd im Wald vor.

Wir leben in Münsingen sehr nahe am Wald. Mit den Kindern gehen wir tatsächlich sehr viel hin. Der Wald ist wie ein grosser Spielplatz: herumklettern, Verstecken spielen oder mit Tannzapfen, Laub und Steinen ein Waldbild basteln. Gemeinsam haben wir ausserdem schon an OL-Wettkämpfen teilgenommen. Es gibt die Familienkategorie.

Sie sind wirklich immer in Bewegung ...

Ja, das hat einen sehr grossen Stellenwert in unserer Familie. Es geht auch darum, den Bewegungsdrang der Kinder zu stillen. Bewegung ist einer der wichtigsten Bausteine für eine gute Gesundheit. Und eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Ende Karriere wollten Sie erst mal nur Mutter und Hausfrau sein. Und heute?

Ich bin immer noch stark mit dem OL verbunden. So arbeite ich beim Schweizerischen Orientierungslauf-Verband mit. Oder betreue andere OL-Läufer. Meine Haupttätigkeit im Moment ist allerdings die Organisation der Junioren-Weltmeisterschaft im Orientierungslauf gemeinsam mit meinem Mann. Sie findet diesen Sommer im Engadin statt.

Was hat die Umstellung von der Spitzensportlerin zum Familienmami bedeutet?

Der Tag ist nicht mehr so extrem durchgeplant und durchstrukturiert. Damals wusste ich jeden Tag, was stündlich ansteht. Heute habe ich mehr Freiheiten.

Wie halten Sie sich sonst noch fit?

Meine Kinder halten mich fit. Sie sind sehr lebhaft. Und nebst Orientierungslauf mache ich Fitness, Spinning, Krafttraining.

Ihr ultimativer Gesundheitstipp?

Den vielen Versuchungen und Bequemlichkeiten zu widerstehen. Als Beispiel: Ich versuche möglichst selten ins Auto zu sitzen und nehme lieber die öffentlichen Verkehrsmittel. Auch vermeide ich Lifts und Rolltreppen.

Sie steigen immer die Treppe hoch?

Darauf achte ich wirklich. Eigentlich immer. Manchmal nehmen meine Kinder am Berner Bahnhof die Rolltreppe, und ich gehe gleich daneben zu Fuss die Treppe hoch. Auch um sie ein bisschen zu foppen (lacht).

Wie bringen Sie alles unter einen Hut: Familie, Sport, Beruf?

Es klappt nicht immer. Es braucht eine sehr gute Organisation. Gleichzeitig ist eine gewisse Flexibilität nötig, um Unvorhergesehenes abzufedern.

Ohne OL wären Sie heute ein anderer Mensch, sagen Sie. Was haben Sie vom Spitzensport gelernt?

Man sollte auf seinen eigenen Körper hören. Das habe ich sowohl als Spitzensportlerin als auch als Schwangere gelernt. Der Körper sagt ziemlich deutlich, was er braucht. Ob mehr Eisen oder mehr Vitamine.

Oder Wasser.

 Ja, genug trinken, das ist wichtig. Da muss ich mich allerdings selber an der Nase nehmen (lacht).