Für einen Fussballmatch braucht es zwei Mannschaften, je ein Tor und natürlich den Ball. «Wenn es um Kinderfussball geht, stehen sicher in erster Linie die Freude an der spielerischen Bewegung, Kreativität und der Spass im Vordergrund», sagt Marco Bernet, Technischer Direktor und Kinderfussball-Experte beim FC Zürich. Gleichzeitig sei es aber auch Aufgabe der Betreuer, den Kindern möglichst früh Disziplin und Verantwortung beizubringen. Und das nötige Selbstvertrauen, das es braucht, um im Sport Erfolg zu haben. «Die Kinder sollen lernen, ihrem Alter entsprechend Verantwortung zu übernehmen, und die Fähigkeit entwickeln, sich in ein Team zu integrieren. Dies gilt für den Breitenfussball genauso wie für den Leistungsfussball.» Bernet setzt bei den FCZ-LetziKids auch auf einen polysportiven Ansatz, denn Abwechslung mache gerade im Kindesalter Spass. «Ein polysportives Training schult nicht nur die koordinativen Fähigkeiten, sondern fördert über vielfältige Alternativen wie zum Beispiel Karate, Judo oder Schach auch die Konzentrationsfähigkeit», betont er. Im Vordergrund müssten aber immer die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder stehen. Übertriebener Ehrgeiz sei deshalb fehl am Platz. «Es geht darum, zu spüren, wenn Kinder ihre Leistungsgrenzen erreicht haben und wo der Spass definitiv aufhört.» Kinder bräuchten Zeit für ihre Entwicklung, um die Freude am Sport nicht zu verlieren. «Einzig Ordnung, Zucht und Drill haben im Kindersport nichts verloren», stellt Marco Bernet klar.

Den Bewegungsdrang ­ausleben
Auch für behinderte Kinder und Jugendliche ist Sport wichtig. Für sie ist es jedoch oft nicht einfach, überhaupt Sport zu treiben. Die Stiftung Cerebral setzt sich deshalb seit vielen Jahren dafür ein, dass bewegungsbehinderte Kinder auch in ihrer Freizeitgestaltung möglichst keine Einschränkungen erleben müssen. Dazu gehört auch ein breites Angebot an verschiedenen Sportmöglichkeiten. «So haben wir zum Beispiel eine nationale Velovermietung mit behindertengerechten Spezialvelos initiiert», sagt Geschäftsleiter Michael Harr. Damit soll Familien mit behinderten Kindern ein Ausflug ins Freie ermöglicht werden. Gleichzeitig können die Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben. Gemeinsam mit Schneesportschulen, Bergbahnen und Hotels ist ein Skiangebot für behinderte Menschen realisiert worden. Die Stiftung stellt Spezialski zur Verfügung. Zudem werden Skilehrer im Umgang mit dem Dualski und der Betreuung behinderter Skischüler geschult. Weitere Freizeitangebote sind ein behindertengerechter Wohnwagen und rollstuhlgängige Bungalows auf verschiedenen Campingplätzen in der Schweiz. Betroffene Familien erhalten so die Möglichkeit, mit anderen Familien in Kontakt zu kommen und neue Freundschaften zu knüpfen. Zusätzlich finanziert die Stiftung Cerebral regelmässig Ferienlager für behinderte Menschen, die in Institutionen leben und arbeiten. So erhalten diese die Möglichkeit, einmal aus ihrem Alltag auszubrechen und Ferienerlebnisse zu geniessen. Sinnvoll seien auch Angebote, wo sich behinderte und nichtbehinderte Kinder treffen können, betont Michael Harr. Das sei gelebte Integration, mit Vorteilen für beide Seiten.