Versicherungen für Familien sind ein heikles Thema. Gerade mit Kindern ist es aber unausweichlich, sich über den richtigen Versicherungsschutz der eigenen Familie ernsthaft Gedanken zu machen. Wenn man eine Versicherung nicht braucht, ärgert man sich über die hohen Prämien.

Ebenso lästig sind die zahlreichen ungefragten Telefonangebote, welche einem meist eine noch bessere Absicherung und geringere Kosten versprechen.

Tritt dann wirklich ein Schadenfall ein, hat man sicher die falsche Versicherung abgeschlossen oder im Kleingedruckten ist genau diese Schadensart explizit ausgeschlossen. Wirklich dumm gelaufen.

Für eine Familie gibt es ein paar wichtige Tipps zu beachten, wie man sich optimal versichert und wie man gleichzeitig viel Geld sparen kann.

Unbedingt nötig sind:

  • Familienkrankenkasse gegen Krankheit und Unfall (Hier lohnt es sich, allfällige Zusätze zur Grundversicherung zu prüfen und abzuschliessen. Ebenso sinnvoll ist es, in einem Familienhaushalt eine tiefe Franchise zu wählen.)
  • Möglichkeiten für Prämienverbilligung ausschöpfen
  • Haftpflicht- und Haushaltversicherung
  • Bezug Kinderzulagen mit dem Arbeitgeber überprüfen

Zu empfehlen sind:

  • Fondssparen für Kinder (anstelle des früheren Sparbüchleins)
  • Allenfalls Invaliditätsversicherung für Kinder

Eine kompetente, faire Beratung durch einen neutralen Versicherungsberater, gepaart mit etwas gesundem Sachverstand, kann dabei ganz sicher nicht schaden. Dann klappts auch mit den Versicherungen.

Kinderzulagen

Kinderzulagen werden vom Geburtsmonat bis zum 16. Lebensalter bezahlt. Die Zulagen variieren kantonal und liegen im Schnitt zwischen 200 bis 300 Franken monatlich. Lässt es die finanzielle Situation zu, kann ein Teil der Zulagen auf eine Sparkonto/Depot einbezahlt werden.

Prämienverbilligung

Prüfen Sie den Anspruch auf Prämienverbilligung. Hatten Sie vor Ihrem Kind keinen Anspruch, so kann der Neuzuwachs einen solchen auslösen. Tipp: Senden Sie jährlich den Antrag an die Behörde, diese berechnet dann, ob ein Anspruch besteht.

Qualitätsberatung

Lassen Sie sich nur von einem zertifizierten Versicherungsprofi beraten. Erkennen können Sie dies an der personifizierten Cicero-Karte. Lassen Sie sich diese von Ihrem Berater zeigen. Für eine qualitative Vorsorgeberatung sollte ein Berater mit dem geschützten Titel Finanzberater IAF konsultiert werden.

Tod und Invalidität bei Kindern

  • Kinder brauchen keine Todesfallversicherung.
  • Das Invaliditätsrisiko für Kinder ist durch die IV-Leistungen der ersten Säule automatisch versichert. Ab dem 18. Altersjahr erhält das invalide Kind sogar eine Rente der IV. Reicht diese nicht aus, so kann man eine private Rente bei einer privaten Versicherungsgesellschaft abschliessen.

Wichtig: Es sollten Unfall und Krankheit versichert sein.

Haftpflicht- und Haushaltversicherung

  • Eine Haftpflicht ist zwingend.
  • Haftpflichtversicherungen schützen die eigene Familie bei Haftungsansprüchen gegenüber Dritten. Daher ist es wichtig, dass man eine Familiendeckung abgeschlossen hat.
  • Falls der Nachwuchs noch grössere Anschaffungen auslöste, sollte die Versicherungssumme der Haushaltversicherung überprüft werden.

 

Krankenkasse für Kinder

  • Bei der Grundversicherung des Kindes sollte die Franchise null sein. Die Eltern bezahlen lediglich zehn Prozent Selbstbehalt (maximal 350 Franken jährlich).
  • Es sollten immer Unfall und Krankheit versichert sein.
  • Man sollte bei den Zusatzversicherungen des Kindes nicht sparen, zum Beispiel Einschluss von alternativer Medizin.
  • Ein Preisvergleich in der Grundversicherung lohnt sich. Die Grundversicherungen haben alle denselben Leistungskatalog. Der Preis ist also das Entscheidungskriterium.
  • Zahnversicherungen können durchaus sehr sinnvoll sein. Lassen Sie sich mehrere Vergleiche zeigen, da es grosse Leistungsunterschiede gibt.

 

Sparen für die Kleinen

  • Angebote für Kindersparkonti sind momentan unattraktiv. Schuld daran ist das aktuelle Tiefzinsumfeld. Eine Alternative bildet hier das Sparen mittels Fonds.
  • Beim Fondssparen braucht es eine klare Anlagestrategie. Erarbeiten Sie diese gemeinsam mit Ihrem Finanzberater.
  • Zahlen Sie bei einem Fonds den jährlichen Sparbetrag nicht auf einmal ein. Verteilen Sie den Totalbetrag auf monatliche Einzahlungen. Durch diese Methode kann die Wahrscheinlichkeit auf Sicherheit und Rendite eines Wertschriftendepots gesteigert werden.
  • Achten Sie bei den Wertschriftendepots auf die Kosten. Tuen Sie dies auch bei den Fonds. Ein Preisvergleich lohnt sich.