Wussten Sie...

  • dass ein Paar, welches ein Jahr lang erfolglos versucht hat, schwanger zu werden, als unfruchtbar gilt?
  • dass wer gesund lebt, sich ausgewogen ernährt und es mit Alkohol und Zigaretten nicht übertreibt, das Risiko der Unfruchtbarkeit deutlich senken kann? 
  • dass schon bei Kindern regelmässige Kinderarztbesuche, Schutzimpfungen und gesundheitliche Aufklärung das Risiko für spätere Unfruchtbarkeit verringern können?
  • dass die Chancen einer 35-jährigen Frau, schwanger zu werden, nur halb so gut stehen wie die Chancen bei einer 25-jährigen und die Qualität der Spermien bei Männern ab 30 rapide abnimmt?
  • dass das Durchschnittsalter der Mütter bei Geburt in der Schweiz statistisch bei 31,7 Jahren liegt? In Glarus liegt das Durchschnittsalter bei 30,8 und in Zürich und Graubünden sogar bei 32,1.

Das bedeutet, dass selbst junge Paare von Unfruchtbarkeit betroffen sein können, denn Faktoren wie Stress, psychische oder körperliche Belastungen verhindern, dass sich der weibliche Körper auf eine Schwangerschaft konzentrieren oder der Mann gesundes Sperma produzieren kann.  

Unfruchtbarkeit ist also nicht geschlechterbedingt, denn ein unerfüllter Babywunsch ist ebenso oft auf den Mann, die Frau oder beide Partner zurückzuführen, nämlich zu jeweils einem Drittel. Fruchtbarkeitsstörungen können genetisch, hormonell oder psychisch bedingt sein.

Zu den gängigsten Methoden gehören Hormonbehandlungen, intrauterine Insemination,
In-vitro-Fertilisation und intrazytoplasmatische Spermieninjektion

Eine zunehmende Zahl von Paaren bleibt jedoch kinderlos, weil sie ihren Kinderwunsch zu lange verschiebt.

Die Chancen einer 35-jährigen Frau, gesunden Nachwuchs zu bekommen, stehen nur noch halb so gut wie für eine 25-Jährige.

Männer bleiben zwar länger zeugungsfähig, doch ab 30 verschlechtert sich die Qualität ihrer Spermien kontinuierlich. Bestimmte Krankheiten, Umwelteinflüsse und ein ungesunder Lebensstil können sich zudem negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Alkohol, Nikotin, Drogen oder Umweltgifte wirken sich sowohl auf die männliche wie auch die weibliche Fruchtbarkeit sehr negativ aus.

Bei starkem Nikotinkonsum kann die Samenproduktion vermindert werden oder es kann zum Ausbleiben des Eisprungs kommen. Das gilt auch bei übermässigem Alkoholgenuss. Ausserdem sind Über- oder Untergewicht vor allem bei jungen Frauen häufige Ursachen einer vorübergehenden Sterilität.

Aber auch Leistungssport oder schwere körperliche Arbeit kann eine Fruchtbarkeitsstörung verursachen. Bei jedem zehnten Paar bleibt der Grund für den unerfüllten Babywunsch sogar ungeklärt.

Ein Drittel aller Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen leidet an einer Fehlfunktion der Eileiter oder einer Hormonstörung. Sobald der Körper zu viele oder zu wenige Hormone produziert, reifen beispielsweise nicht genügend Eizellen heran. Bei jeder fünften Frau liegen Verwachsungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses vor. Die wenigsten dieser Ursachen sind angeboren. Meistens entstehen sie durch Krankheiten, Operationen oder eine ungesunde Lebensweise.

Bei Männern ist die häufigste Ursache von Unfruchtbarkeit eine zu geringe Qualität seiner Spermien, die oft hormonell bedingt ist. Produziert ein Mann zu wenige, missgebildete oder zu unbewegliche Spermien, können diese selten oder gar nicht bis zur Eizelle vordringen. Je nach Art der Unfruchtbarkeit kommen unterschiedliche Behandlungen infrage.

Zu den gängigsten Methoden gehören Hormonbehandlungen, intrauterine Insemination, In-vitro-Fertilisation und intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Bei der intrauterinen Insemination werden die Spermien von der Samenflüssigkeit getrennt, aufbereitet und durch einen dünnen Schlauch in die Gebärmutterhöhle geleitet. 

Bei der In-vitro-Fertilisation hingegen findet die Befruchtung ausserhalb des Körpers, im Labor statt. Manchmal enthält Samenflüssigkeit jedoch so wenig brauchbare Spermien, dass weder eine direkte Einleitung in die Gebärmutter noch eine künstliche Befruchtung funktionieren. In solchen Fällen wird mithilfe einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion eine ausgewählte Samenzelle unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle gespritzt.