Wer ist die Organisation „Kirche in Not“, und welche Ziele verfolgt sie?

Markus Burri, stv. Geschäftsführer, ACN: „Kirche in Not (ACN)“ ist ein internationales, katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das 1947 nach dem Zweiten Weltkrieg von Pater Werenfried van Straaten (Speckpater) als „Ostpriesterhilfe“ gegründet wurde.

Die erste Aufgabe bestand darin, den deutschen Flüchtlingen im eigenen zerbombten Land materiell und pastoral beizustehen. Heute steht es mit Hilfsaktionen, Informationstätigkeit und Gebet für bedrängte und Not leidende Christen in rund 150 Ländern ein. Allein im Jahre 2016 konnten 5303 Projekte auf der ganzen Welt gefördert werden.

Welchen Stellenwert nimmt „Kirche in Not“ in der Schweiz ein?

Das Engagement des Hilfswerkes Kirche in Not ACN in der Schweiz wird von der Schweizer Bischofskonferenz unterstützt und für Spenden empfohlen.

Werden auch Projekte in der Schweiz unterstützt?

Nein, wir sind ein internationales Hilfswerk. Die Statuten sehen Projekte in der Schweiz nicht vor.

Laut dem letzten Jahresbericht verfügt „Kirche in Not“ über ein Spendevolumen von weit über 100 Millionen Euro. Wozu wurde respektive wird dieses Geld schwergewichtig verwendet?

2016 sind die Spenden auf eine neue Rekordsumme von 129 Mio. EUR gestiegen. 30 Prozent wurden für Bauprojekte (Kapellen, Kirchen, Kathedralen und Seminare) eingesetzt, 18.6 % für Flüchtlingshilfe und Nothilfe. 14.8 % entfielen auf Mess-Stipendien, sodass weltweit jedem neunten Priester geholfen werden konnte. Seit 2011 beispielsweise flossen rund 60 Millionen Euro in die Krisengebiete im Nahen und Mittleren Osten; allein im Jahre 2016 circa 18.2 Millionen. In der Ninive-Ebene im Irak kann dank Spenden der Aufbau von 13.000 Häusern finanziert werden.  

Nach welchen Kriterien wird das Geld denn verteilt - und wer entscheidet das?

Die Verwendung der Mittel für Projekte entscheiden Fachgremien, die aus Mitarbeitenden bestehen, welche das Ihnen anvertraute Referat persönlich bestens kennen.

In diesen Entscheidungsprozess über die Verwendung der Spenden werden auch die Projektpartner in Abstimmung mit dem zuständigen Diözesanbischof eingebunden.

Kann ich als Spender ein spezifisches Projekt im Ausland unterstützen oder das sogar verlangen?

Ja, diese Möglichkeit besteht. Dabei muss das Projekt im Rahmen unserer Zielsetzungen sein. Bei uns spricht man in diesem Fall von „Adoptionsprojekten“, die nur von einem bestimmten Wohltäter oder einer Wohltätergruppe finanziert werden.

Wie muss ich konkret vorgehen, wenn ich „Kirche in Not“ testamentarisch unterstützen möchte?

Indem ein Testament aufgesetzt und „Kirche in Not“ ein Teil der Erbschaft oder das ganze Vermögen vermacht wird. Im Weiteren besteht auch die Möglichkeit, ein Legat sprich einen fixen Betrag, anzugeben bzw. im Testament einzusetzen. Für „Kirche in Not“ sind Legate und Erbschaften sehr wichtig, weil sie eine langfristige Planung von Projekten ermöglichen.

Sehr oft handelt es sich um grössere Beträge, die wir entgegennehmen und für unsere vielfältige Tätigkeit einsetzen dürfen.

Das Hilfswerk „Kirche in Not“ ist laut Ihren Angaben von Papst Benedikt XVl zu einer Stiftung päpstlichen Rechts erhoben worden. Was heisst das konkret?

Das Administrations- und Spendencoaching wird nach sehr strengen internationalen Standards (full scope audit) von der renommierten Revisionsgesellschaft KPMG geprüft und testiert. Das unterstreicht die Seriosität der Praxis.

Es gibt viele durchaus spendewillige Menschen, aber immer mehr auch gewisse Vorbehalte gegenüber wohltätigen Organisationen. Wer garantiert mir, dass bei „Kirche in Not“ alles mit rechten Dingen zugeht? Gibt es z.B. unabhängige Kontrollinstanzen?

Alle Länder werden nach den vorerwähnten Kriterien durch KPMG geprüft und testiert. Aufgrund der Prüfung durch diese renommierte, unabhängige Gesellschaft wird ein hoher Standard erreicht.

Warum verfügt „Kirche in Not“ nicht über das Zewo-Siegel, quasi das Gütesiegel für Seriosität bei Hilfswerken?

Zewo beurteilt grundsätzlich keine Hilfswerke mit pastoraler oder kirchlicher Zielsetzung. Alle Kantone und das Fürstentum Liechtenstein anerkennen das Hilfswerk als wohltätige, gemeinnützige Organisation.

Deshalb können belegte Spenden auch von der Steuer abgezogen werden. Wir stellen gerne eine Steuerbestätigung für Spender aus. 

Weitere Infos

Kirche in Not (ACN)
Hauptsitz
Cysatstrasse 6
CH-6004 Luzern

Tel +41 (0)41 410 46 70
mail@kirche-in-not.ch

www.kirche-in-not.ch