Gewalt, die von kriminellen Jugendbanden ausgeht. Die Banden begehen Raubüberfälle, handeln mit Drogen, erpressen Schutzgeld und sind für grausame Morde verantwortlich. Ihre oft minderjährigen Mitglieder rekrutieren die Banden in den Strassen der Städte. Dort, wo Kinder ohne Perspektiven ihre Freizeit verbringen.

Aufgrund politischer und wirtschaftlicher Instabilität ist El Salvador geprägt von Armut, hoher Arbeitslosigkeit und Gewalt im Alltag – für das friedliche Zusammenleben drei nur schwer überwindbare Hürden.

Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen ist doppelt so hoch wie bei der übrigen Bevölkerung. Mehr als die Hälfte der jungen Menschen hat keinen oder nur einen schlecht bezahlten Job.

Banden rekrutieren Nachwuchs auf den Strassen

Im Gegensatz zur Schweiz findet der Schulunterricht in El Salvador meist nur vormittags statt. Entsprechend verbringen die Jugendlichen in den Armenvierteln ihre Freizeit auf der Strasse – ohne sinnvolle Beschäftigung.

Eine Situation mit verheerenden Folgen, denn dort rekrutieren kriminelle Jugendbanden neue Mitglieder. Die Banden kontrollieren ganze Stadtviertel und beeinträchtigen das Leben der Jugendlichen massiv.

Freiwillige engagieren sich

Um dem Problem der Jugendbanden zu begegnen, engagieren sich Schweizer Hilfswerke seit Jahren in El Salvador. Dank verschiedenster Projekte werden die Jugendlichen abgehalten, einer Bande beizutreten.

Sie werden nachschulisch betreut und halten sich dadurch von der Strasse fern. Zusätzlich werden ihre Talente gefördert. Mit einem Netz von Freiwilligen entstehen vielseitige Freizeitangebote, wie beispielsweise Tanz- und Musikkurse, diverse Sportarten und Themenworkshops.

Damit erhalten viele Kinder eine sinnvolle Beschäftigung an schulfreien Nachmittagen.

Kindern neue Perspektiven bieten

Pablo ist einer der Jugendlichen, der die Freizeitangebote eines Hilfswerks besucht. Sein Lieblingsfach in der Schule ist Mathematik. Er besucht in seiner Freizeit zusätzliche Mathematikkurse, um noch besser zu werden.

Dies mit Erfolg, wie Pablo stolz berichtet: «Im Kopfrechnen bin ich der Schnellste der Klasse. Aber ich will unbedingt noch besser werden!» Pablos Mutter ist dankbar, dass ihr Sohn nach der Schule eine sinnvolle Beschäftigung hat.

In der Gegend, in der Pablo mit seiner Mutter wohnt, ist Gewalt allgegenwärtig. «Ich bin unglaublich erleichtert, dass Pablo jetzt in seiner Freizeit gut aufgehoben ist und er gleichzeitig seine Schulleistungen verbessern kann», erzählt sie.