Wie verschiedene Studien und Umfragen zeigen, sind 50 Prozent der Schweizer Jugendlichen an politischen Fragen interessiert. Gemäss dem easyvote-Politikmonitor vom März 2017 wünschen sich rund ein Drittel der jungen Erwachsenen in der Schweiz mehr politische Mitbestimmung.

Mit andern Worten: Das Potenzial für ein verstärktes politisches Engagement von jungen Menschen ist vorhanden. Dieses Potenzial gilt es aber zu aktivieren und zu fördern, um es nutzen zu können.

Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) als Kompetenzzentrum für die Förderung der politischen Partizipation und der politischen Bildung will dieses Potenzial bei den Jugendlichen mit verschiedenen zielgerichteten Angeboten fördern.

Wir verstehen uns auch als Ansprechpartner für alle Akteure, die in diesem Bereich etwas bewirken möchten. Einer unserer wichtigsten Partner sind die Gemeinden, da die Jugendförderung, auch im politischen Bereich, zum grossen Teil in deren Verantwortung liegt.

Etwas bewirken können

Das Milizsystem, dieser wichtige Pfeiler des schweizerischen Staatsaufbaus, ist langsam am Zerfallen. Während sich für die Wahlen ins nationale Parlament immer mehr Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung stellen, haben die Gemeinden Mühe, Politikerinnen und Politiker für lokale Ämter zu rekrutieren.

Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Eine Möglichkeit, diesem Problem entgegenzuwirken, ist eine proaktive Nachwuchsförderung für das politische Milizsystem. Wenn Jugendliche sich in ihrer Gemeinde politisch engagieren, ist die Chance wesentlich grösser, dass sie dies auch später in einem politischen Amt tun werden.

Im beruflichen Umfeld, im Sport und in der Kultur wird bereits intensiv in die Nachwuchsförderung investiert. Auch für die politische Nachwuchsförderung sind das Potenzial und die Notwendigkeit unbestrittenermassen vorhanden.

Was es braucht, sind wirkliche Mitsprachemöglichkeiten für Jugendliche, die Offenheit von Politik und Verwaltung, auf die Jugendlichen einzugehen, sowie bescheidene finanzielle Mittel.

Eine solche politische Nachwuchsförderung kann unterschiedlich ausgestaltet sein. Dazu zählt der Ausbau der politischen Bildung auf allen Schulstufen, Mitwirkungsprojekte oder der Aufbau von Partizipationsstrukturen, wie sie in Jugendparlamenten oder Jugendräten vorhanden sind.

Dabei geht es nicht darum, dass Jugendliche und junge Erwachsene Politik spielen, sondern dass sie tatsächlich auch etwas bewirken können. Dazu müssen sie in ihrer Lebenswelt und ihrer digitalen Kommunikationskultur abgeholt werden.

Wir als DSJ sind daher im sogenannten Civic-Tech-Bereich mit den Angeboten von easyvote und engage.ch aktiv. Letzteres ist eine neue Partizipationsplattform, wo Jugendliche ihre Anliegen einbringen können. Gemeinden, Jugendparlamente sowie die elf jüngsten Politikerinnen und Politiker im Bundeshaus nehmen dann eine Auswahl der Anliegen vor, besprechen diese mit den Jugendlichen und bringen sie im politischen Prozess ein.

Politik: Auch eine Erziehungsaufgabe der Eltern

Das politische System in der Schweiz baut auf einer grossen Selbstverantwortung der Bürgerinnen und Bürger auf. Dies zeigt sich nicht nur durch die direkte Demokratie und das Milizsystem, sondern auch in der Rolle der Eltern.

Heute wissen wir, dass die politische Mobilisierung bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einem beachtlichen Teil von den Eltern abhängt. Deshalb sind die Eltern bei der Förderung der politischen Partizipation der Jugendlichen besonders gefragt.

Eltern können durch das persönliche Gespräch etwa am Mittagstisch, durch die Erinnerung am Abstimmungstermin oder durch das Aufzeigen anderer Partizipationsmöglichkeiten wie Jugendparlamente, Jugendräte oder Jungparteien eine aktive Rolle einnehmen.

Die Haltung, dass junge Frauen und Männer die eigene Zukunft mitgestalten können bei Themen, die sie betreffen, fördert am meisten die Teilnahme am politischen Prozess.

In diesem Sinne gehen Sie am 24. September an die Urne. Diese Abstimmung betrifft nämlich alle früher oder später in ihrem Leben. Damit Sie sich eine Meinung bilden können, gehen Sie auf www.easyvote.ch, wo die Vorlagen einfach und neutral erklärt sind.