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Die bodenständige schweizer Küche

Die Schweizer Küche ist kulinarisch auf der ganzen Welt für Schokolade und Käse bekannt. Als Küche mit raffinierten Speisen und Gerichten, wie zum Beispiel die italienische Küche, hat sich die Schweizer Küche aber keinen Namen machen können. International haben sich einzelne Gerichte durchgesetzt, die stellvertretend für die gesamte Schweizer Küche stehen, wie zum Beispiel das Fondue. Dass die Schweizer Küche als Ganzes nicht bekannter ist, liegt einerseits an ihrem regionalen Charakter, denn die Schweiz besteht aus 26 Kantonen und bietet dadurch eine grosse kulinarische Vielfalt.

Schweizer Küche hat ihren Ursprung bei den Bauern

Andererseits ist die Schweizer Küche eher einfach und bodenständig und von der bäuerlichen Lebensweise geprägt. Viele Zutaten für Rezepte stammen aus lokaler Produktion und zeugen von einer Selbstversorgungswirtschaft. Es fehlt etwas an Raffinesse und Originalität.

Die Zubereitung der meisten Schweizer Gerichte ist einfach und basiert auf regionalen und saisonalen Produkten. Sehr oft verwendet werden Milch und Milchprodukte (Butter, Sahne, Käse), einheimischer Fisch aus Flüssen und Seen, Fleisch, Wurstwaren, Getreide (Hirse, Weizen und Mais) und Kartoffeln.

Die Kartoffel, das Herz der Schweizer Küche

Abgesehen von Schokolade und Käse ist die Kartoffel die mit Abstand wichtigste Grundlage der kulinarischen Schweiz. Kein anderes Land in Europe verfügt über so viele Gerichte, die auf der Kartoffel basieren. Weltbekannt ist zum Beispiel die Rösti, ein Kartoffelpuffer aus geriebenen Kartoffeln. Diese existiert seit dem 17. Jahrhundert und wurde damals in Zürich und Bern zum Frühstück gegessen. Dieses Schweizer Gericht wird auf unterschiedliche Arten zubereitet und je nach Geschmack mit Schinken, Käse oder Eiern verfeinert.

Vorspeisen in der Schweizer Küche nicht sonderlich relevant

Anders als in anderen Küchen spielt die Vorspeise in der Schweizer Küche keine grosse Rolle. Oft besteht sie aus Salat oder Suppe, wenn überhaupt. Eine typische Schweizer Vorspeise gibt es kaum, abgesehen von einem sogenannten «Plättli», das aus verschiedenen Wurstwaren und/oder Käsesorten besteht.

Eine grosse Vielfalt an Desserts

Was der Schweizer Küche an Vorspeisen fehlt, macht sie mit einer grossen Vielfalt an Desserts wett. Diese kommt daher, dass jeder Kanton und oft sogar jede Gemeinde ihre eigenen Rezepte für Nachspeisen hat. Besonders beliebt und bekannt ist die Rüblitorte aus dem Aargau, das Schaumgebäck Meringue aus gezuckertem Eischnee aus Meiringen, die Appenzeller Biberli, ein mit Marzipan gefüllter Lebkuchen oder das Berner Meitschibei, ein Croissant mit Haselnussfüllung.

Die Klassiker der Schweizer Küche

Wie eingangs gesagt, gibt es viele einzelne Schweizer Speisen, die weltweit grosse Bekanntheit geniessen. Die beliebtesten und leckersten sind:

Raclette

Die Spezialität aus dem Wallis wird vor allem in den kalten Wintermonaten gegessen. Es handelt sich um geschmolzenen Käse, der mit „Gschwellti“ (Pellkartoffeln), Essiggurken und -zwiebeln sowie Senffrüchten serviert wird. Raclette kann entweder am Tischgrill oder auf die ursprüngliche Art und Weise genossen werden, in dem man einen halben Laib Käse erwärmt und den geschmolzenen Teil jeweils abträgt und serviert. Schmecken tun beide Varianten vorzüglich.

Käsefondue

Das zweite bekannte Käsegericht ist das Fondue. Hier wird Käse in einem Keramiktopf (Caquelon) geschmolzen und je nach Geschmack Brotstücke oder Kartoffeln im geschmolzenen Käse geschwenkt. Das Fondue ist ein sehr soziales Essen, dass genau wie das Raclette im Kreis der Familie oder mit Freunden am besten schmeckt.

Älplermagronen

Älplermagronen sind ein typisches, deftiges Schweizer Sennengericht. Sie werden mit Eierteigwaren, entweder Penne oder italienische Maccheroni, Kartoffelstücken, Rahm, Käse und Zwiebeln zubereitet. Je nach Region werden Speckwürfel oder Schinkenstreifen dazu gemischt. Das alles wird im Ofen gratiniert und anschliessen mit (hoffentlich) selbstgemachtem Apfelmus serviert.

Zürcher Geschnetzeltes

Dieses Fleischgericht ist die wohl bekannteste kulinarische Spezialität aus Zürich. Sie besteht aus klein geschnittenem Kalbfleisch in einer Sauce zubereitet aus Rahm, Weisswein und Champignons. Serviert wird das Zürcher Geschnetzeltes wahlweise mit Rösti, Reis oder Nudeln.

Metzgete

Auch Wurstwaren und Fleisch spielen in der Schweizer Küche eine grosse Rolle. Eine ganz typische Schweizer Speise ist die «Metzgete», was mit Schlachtung übersetzt werden kann. Es sind Gerichte, die gleich nach der Schlachtung der Tiere zubereitet werden, also frische Würste (Blut- und Leberwurst), Fleischplatten, Innereien und Speck. Diese werden mit Sauerkraut, Pellkartoffeln oder Rösti serviert. Die Metzgete findet jedes Jahr im Herbst statt und ist heute fast schon ein Event, den man am besten in einem Landgasthof geniesst.

Birchermüesli

Das Birchermüesli wird heute weltweit zum Frühstück genossen. Erfunden hat es 1900 der Arzt und Ernährungsspezialist Maximilian Oskar Bircher-Benner, der das Gericht in seinem Zürcher Sanatorium als Vollwertdiät zum Abendessen servieren liess. Das Originalrezept besteht aus eingeweichten Haferflocken, geriebenen Äpfeln, geraspelten Nüssen, Zitronensaft und einem Esslöffel gezuckerter Kondensmilch. Heute freilich wird das Birchermüesli je nach Gusto mit weiteren Früchten, Nüssen und Kernen angereichert und meist zum Frühstück gegessen.

Nicht ohne meine Schweizer Schokolade

Im Laufe des 16. Jahrhunderts kam die Schokolade nach Europa, und im 17. Jahrhundert wurde sie auch in der Schweiz bekannt und produziert. Den grossen internationalen Durchbruch erlangte die Schweizer Schokolade in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als 1819 François-Louis Cailler in Corsier-sur-Vevey, über dem Genfersee, eine mechanisierte Schokoladenfabrik eröffnete. Nur ein paar Jahre später folgte im Kanton Neuenburg die Fabrik eines weiteren Schokoladenherstellers, die von Philippe Suchard. Beide Marken existieren noch heute und zählen auch 200 Jahre später zu den besten der Welt.

Der Erfolg hat viele Gründe. Die Kombination von Schokolade und bester Schweizer Milch ist einer. Ein anderer ist die cremige Textur. Dank dem sogenannten Conchieren, einer innovativen Technik von Rodolphe Lindt, die eine gleichmässige Verteilung der Schokoladenmasse und eine optimale Aromaentfaltung gewährleistet, erhält die Schweizer Schokolade ihre feincremige Konsistenz. Doch was es vor allem braucht, um während so langer Zeit Produkte von Spitzenqualität herzustellen, ist Innovation. Die Schweizer Schokoladenindustrie verbindet Tradition mit Innovation. Immer neue Rezepte und Techniken werden kreiert und teils mit Hilfe der Forschung getestet.

Traditionsreicher Schweizer Käse

Die Käseherstellung hat Tradition der Schweiz. Es existieren über 450 verschiedene Schweizer Käsesorten, die sich je nach Wassergehalt und Reifezeit in die Kategorien Frisch-. Weich-, Halbhart-, Hart- und Extrahartkäse einteilen lassen. Die bekanntesten Käsesorten sind Emmentaler, Gruyère, Appenzeller, Tilsiter oder Raclette-Käse.

Än Guete

Die Schweizer Küche mag eher rustikal sein, der gar eine gewisse Finesse abgesprochen werden kann. Aber schmecken tun die vielen Gerichte und Desserts auf jeden Fall vorzüglich. Am besten begleitet von einem Glas exzellenten Schweizer Wein. Wir wünschen «än Guete».

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