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Wie Scheidungskinder wieder glücklich werden

Eine Scheidung ist für die ganze Familie eine einschneidende Veränderung. Doch für Kinder fühlt sich die Trennung der Eltern oft besonders traumatisch an, da sie ihr machtlos ausgeliefert sind. Es gibt aber Wege und Möglichkeiten, um das prägende Erlebnis zu verarbeiten. Damit aus Scheidungskindern wieder glückliche Kinder werden.

Es gibt zwei wichtige Faktoren bei einer Scheidung, die grossen Einfluss auf die Psyche der Kinder haben. Einerseits das Alter der Sprösslinge zum Zeitpunkt der Trennung, und andererseits die Art und Weise, wie die Eltern selbst mit der Scheidung umgehen und wie sie sie den Kindern vorleben.

Scheidung im Kleinkindalter: Verlustängste

Für kleine Kinder sind die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen. Entsprechend dramatisch ist für sie die Scheidung. Sie empfinden ihre Bindung zu den Eltern als bedroht und fühlen sich im Stich gelassen. Die Unsicherheit und Angst, ob vielleicht auch der zweite Elternteil gehen wird, führt zu grossen Verlustängsten.

Scheidung im Teenageralter: Verrat und Scham

Sind die Kinder schon grösser oder im Teenageralter, stellen sie eher in Frage, ob die Eltern sie überhaupt lieben und ob sie ihnen noch wichtig sind. Die Scheidung wird als Verrat empfunden. Es können auch Schamgefühle gegenüber Freunden entstehen, weil die eigene Familie gescheitert und nun keine feste Struktur mehr vorhanden ist.

Kinder fühlen sich schuldig

Unabhängig vom Alter suchen fast alle Kinder die Schuld bei sich. Da sie rational nicht verstehen können, warum sich ihre geliebten Eltern trennen, gehen sie automatisch davon aus, dass sie der Grund dafür sind. Der einzige Weg, um sie von diesen Schuldgefühlen zu entlasten, ist, mit den Kindern zu reden und ihnen immer und immer wieder zu erklären, warum der Vater oder die Mutter plötzlich auszieht. Fehlt diese Erklärung, fühlen sich die Kinder im Stich gelassen und lernen, dass Auseinandersetzungen existenziell bedrohlich sind.

So überstehen Kinder eine Scheidung unbeschadet

#1

Die Eltern sollten sich ihrer grossen Verantwortung gegenüber ihren Kindern und ihrer Vorbildfunktion stets bewusst sein. Je zivilisierter sich ein Paar trennt, desto positiver die Auswirkungen auf die Kinder. Der Nachwuchs darf auf keinen Fall in die Streitereien der Eltern hineingezogen werden.

# 2

Es ist enorm wichtig, dass Kinder ihre Gefühle ausleben können. Egal ob sie traurig, wütend oder trotzig sind, die Emotionen müssen raus. Eltern müssen ihren Kindern vermitteln, dass alle Empfindungen in Ordnung sind, auch die negativen, und sollten den dafür nötigen Raum schaffen. Ansonsten machen die Kinder die Scheidung mit sich alleine aus, was zur Entwicklung psychischer Probleme führen kann.

# 3

Was Kinder in einer Scheidungssituation vor allem brauchen, ist Liebe, bedingungslose Liebe, da sie oft davon ausgehen, dass ihre Eltern sie nicht mehr liebhaben. Selbst wenn sich die Trennung zum Beispiel negativ auf die Schulleistung oder das soziale Verhalten auswirken sollte, müssen die Kinder spüren, dass ihre Eltern zu ihnen stehen und immer für sie da sind. Nur so fühlen sich Kinder wieder sicher und geborgen.

# 4

Die Eltern mögen zwar getrennte Wege gehen, weil sie sich nichts mehr zu sagen haben. Kinder aber brauchen auch nach der Scheidung eine Mutter und einen Vater. Es darf darum auf keinen Fall sein, dass Besuchsrechte eingeschränkt werden oder der ehemalige Partner bei den Kindern schlecht gemacht wird. Eltern müssen klar zwischen ihrer Funktion als Paar und als Eltern trennen lernen.

# 5

Auch wenn Kinder Kinder sind, verstehen sie sehr gut, was um sie herum passiert. Als Eltern anzunehmen, dass sie noch zu klein sind, um Erklärungen zu verstehen, ist ein grosser Fehler. Bereits in der Phase vor der Scheidung sollten Eltern ehrlich mit ihren Kindern sprechen und ihnen altersgerecht erklären, warum Mami und Papi so häufig streiten. Und auch während und nach der Trennung braucht es eine offene Kommunikation.

# 6

Kinder brauchen Struktur und Stabilität. Darum ist es wichtig, die Wohnsituation nach der Scheidung klar zu definieren und die Wünsche des Kindes dabei zu berücksichtigen. Meist pendeln Kinder zwischen Mutter und Vater hin und her, um mit beiden Elternteilen leben zu können. Ein festgelegter Rhythmus ist dabei wichtig. Das Kind sollte immer wissen, wann es wo sein wird und sich an beiden Orten daheim fühlen.

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