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Achtung, fertig, KUSCHELN

VonAriella Fontana

Jan 21, 2022
Kuscheln

Wissen Sie, was der 21. Januar für ein spezieller Tag ist? Nein? Das ist der Weltknuddeltag, der uns alle darauf aufmerksam macht, wie wichtig es ist, regelmässig mit jemandem zu kuscheln. Abgesehen davon, dass es sich toll anfühlt, in den Arm genommen, gestreichelt und gehalten zu werden, hat Kuscheln auch positive Auswirkungen auf Körper und Seele. Kuscheln ist ein wahrer Alleskönner, weshalb Sie sich ab sofort eine tägliche Knuddeleinheit verschreiben sollten.

Kuscheln sorgt für (Selbst)-Vertrauen

Beim Kuscheln wird eine Vielzahl an Hormonen freigesetzt. Eines davon ist Oxytocin, das sogenannte Treuehormon. Es sorgt dafür, dass wir uns binden wollen und fördert unser Vertrauen in andere Menschen, in das Leben und in uns selbst.

Weil wir uns während dem Kuscheln angenommen und geliebt fühlen und uns so zeigen dürfen, wie wir sind. Ein gut entwickeltes Selbstvertrauen hilft in allen Lebenslagen und ist die Voraussetzung dafür, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, uns von Menschen trennen, die uns nicht guttun oder neue Herausforderungen annehmen.

Kuscheln reduziert die Angst

Oft wird Angst durch vergangene, traumatische Erfahrungen verursacht, und setzt sich als negatives Gefühl in unserem Gedächtnis fest. Sie wird später durch ähnliche Situationen getriggert, und wir empfinden dieselben Angstgefühle wie damals. Je öfters wir uns aber selbst mit den Auslösern konfrontieren, desto weniger werden diese aktiviert.

Bei der Angstbewältigung hilft das Hormon Oxytocin, das diesen Prozess beschleunigt und die im Gehirn festgesetzte Angst überschreibt. Deshalb kann Kuscheln Angstgefühle erheblich reduzieren. Auch in alltäglichen Situationen, in denen wir uns vor etwas fürchten, hilft eine feste Umarmung. Sie gibt uns Sicherheit und vermittelt uns das Gefühl, nicht alleine mit unserem Problem dazustehen.

Kuscheln Familie
Kuscheln kann Stress abbauen

Kuscheln ist ein effektiver Stresskiller

Der Körperkontakt mit einer anderen Person senkt umgehend die Ausschüttung des körpereigenen Stresshormons Cortisol und führt zur Ausschüttung des Hormons Oxytocin. Dieses wiederum fördert den Zusammenhalt zwischen Menschen, macht uns einfühlsam, mindert Aggressionen, Stress und Angst.

Nicht umsonst wird es auch «Kuschelhormon» genannt. Doch auch auf der körperlichen Ebene wird dank Knuddeln der Stress reduziert. Die Streicheleinheiten lösen Anspannungen, die Muskulatur entspannt sich und die Gelenke werden beweglicher. Und es gibt gleich noch eine gute Nachricht. Zärtlichkeiten wirken sich positiv auf unser Herz-Kreislauf-System aus. 10 Minuten Körperkontakt reichen bereits, um Pulsschlag und Blutdruck langfristig zu senken.

Kuscheln macht glücklich

Es gibt verschiedene Glückshormone, die dafür verantwortlich sind, dass wir uns fröhlich und beflügelt fühlen. Es sind dies Endorphine, Oxytocin sowie die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin. Tauschen wir körperliche Zärtlichkeit mit einer anderen Person aus, nimmt unsere Haut über Berührungssensoren die Reize auf, übersetzt sie als Information und leitet sie an das Gehirn weiter.

Dort erfolgt die Produktion der Glückshormone, die uns dann bei der Ausschüttung in einen seligen Gemütszustand versetzen. Wer also schlecht drauf ist, sollte dringend mit jemandem kuscheln.

Kuscheln stärkt das Immunsystem

Gerade in der kalten Winterzeit brauchen wir ein starkes Immunsystem. Einer der tollsten Nebeneffekte des Kuschelns ist, dass sich der Austausch körperlicher Zärtlichkeiten positiv auf unser Immunsystem auswirkt und dieses stärkt.

Während wir nämlich in den Armen einer anderen Person liegen, steigt die Körpertemperatur an und die Durchblutung wird verbessert, wodurch der Organismus mit mehr Sauerstoff versorgt wird. Das steigert einerseits die Konzentration, andererseits bildet der Körper mehr Abwehrzellen und Antikörper gegen Krankheitserreger.

Mit sich selbst kuscheln

Kuscheln bedingt mindestens zwei Personen. Doch was machen, wenn man Single ist? Körperkontakt ist nicht exklusiv einem Liebespaar vorenthalten, gekuschelt werden kann mit jeder Person, die uns nahesteht und der wir vertrauen.

Das können Freunde, die eigenen Kinder oder die Eltern sein. Hat es auch da keinen potentiellen Knuddelpartner? Dann können Sie Ihr Haustier umarmen oder den alten Teddybären aus dem Keller holen.

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