3 Arten von Testamenten

Man unterscheidet drei Arten von Testamenten: Das eigenhändige Testament muss für seine Gültigkeit von Anfang bis Ende handgeschrieben sein, unter Angabe des Errichtungsdatums, des Errichtungsortes und mit Unterschrift versehen.

Ein mit der Schreibmaschine oder auf einem PC verfasster letzter Wille kann wegen Formmangels von den Erben mit Erfolg angefochten werden.

Das öffentliche Testament wiederum wird unter Mitwirkung zweier Zeugen von einer urkundsberechtigten Person wie zum Beispiel einem Notar oder Gemeindeschreiber verfasst und öffentlich beurkundet.

Dann gibt es noch das mündliche Nottestament. Dieses ist nur für Notfälle gedacht. So kann der letzte Wille noch auf dem Sterbebett an zwei Zeugen mündlich erklärt werden.

Einer der Zeugen hat die Erklärung unter Angabe des Ortes und des vollständigen Errichtungsdatums sofort aufzuschreiben und mit der Unterschrift beider Zeugen unverzüglich bei einer Gerichtsbehörde einzureichen. Säumen die Zeugen, ist das Testament anfechtbar.

Zudem wird es innert 14 Tagen ungültig, wenn sich der Erblasser nachträglich soweit erholt, dass ihm die Errichtung eines eigenhändigen oder öffentlichen Testaments möglich ist.

So funktioniert es

Das folgende Beispiel soll zeigen, wie Sie ein Testament aufsetzen und welche Punkte darin enthalten sein können. Nehmen wir an, Frau S. als fiktive Person möchte ihren Lebenspartner testamentarisch begünstigen.

Unabhängig von der gewählten Testamentsform kann Frau S. ihren letzten Willen jederzeit widerrufen, ändern oder ergänzen. Sollte Frau S. ihre Meinung ändern, ist es wichtig, wiederum eine der gesetzlich vorgeschriebenen Formen einzuhalten und ältere Versionen zu widerrufen.

  • Stichwort Erbeneinsetzung: Man kann selber bestimmen, wer erben soll. Dabei ist das Pflichtteilsrecht des Ehegatten, der Eltern oder der Nachkommen zu wahren.
  • Stichwort Ersatzerben: Stirbt ein eingesetzter Erbe vor Ihnen oder schlägt dieser das Erbe aus, kommen wiederum die gesetzlichen Erben zum Zug. Wollen Sie das nicht, müssen Sie einen Ersatzerben bestimmen.

Bei Teilungsanordnungen kann man einem Erben bestimmte Vermögenswerte zuweisen. Falls nichts Gegenteiliges verfügt ist, wird dieser Wert an seinen Erbanteil angerechnet. Soll dieser Wert zum Erbanteil hinzukommen, spricht man von einem Vorausvermächtnis. Entsprechend klar muss dies im Testament zum Ausdruck kommen.

Stiftungen berücksichtigen

Bei Nachträgen und Abänderungen eines Testaments muss exakt bezeichnet werden, welche Punkte Sie im Testament ändern möchten.

Zudem muss das Testament neu datiert werden. Gleichzeitig muss ausdrücklich festgehalten werden, dass im Übrigen das ursprüngliche Testament gilt.

Bei mehreren Nachträgen oder grösseren Anpassungen ist es ratsam, ein völlig neues Testament zu verfassen und darin alle früheren Testamente als ungültig zu erklären. Im Zweifelsfall ersetzt ein neues Testament immer das alte.

Mit einem Testament bestimmt man selber, wem das Nachlassvermögen zukommen soll. Dabei kann man nicht nur natürliche, sondern auch juristische Personen wie zum Beispiel eine gemeinnützige Stiftung begünstigen.

Indem man eine Stiftung als Vermächtnisnehmer oder eingesetzten Erben ins Testament aufnimmt, kann man ein Anliegen, das einem zeitlebens wichtig war, weiterhin unterstützen.

Fazit: Mit einer rechtzeitigen Nachlassplanung stellt man sicher, dass der Nachlass dem eigenen Willen entsprechend verteilt wird – unter Beachtung der gesetzlichen Pflichtteilansprüche.