Wer fest im Arbeitsalltag eingebunden ist, kennt das Problem: In der Mittagspause noch schnell ein Sandwich herunterschlingen, kleine, meist vorabgepackte Snacks zwischendurch, und am Abend bleibt kaum Lust und Energie zum Kochen. Bereits der Philosoph Ludwig Feuerbach (1804 – 1872) pflegte zu sagen: «Das Leben muss wie ein kostbarer Wein mit gehörigen Unterbrechungen Schluck für Schluck genossen werden. Auch der beste Wein verliert für uns allen Reiz, wenn wir ihn wie Wasser hinunterschütten.» Ein Vorteil des fortgeschrittenen Alters ist, dass man wieder über mehr Zeit für die genussreichen Dinge des Lebens verfügt. Die neugewonnene Freiheit bringt unzählige Möglichkeiten mit sich.

Essen neu entdecken
Nicht wenige Leute widmen sich in ihrer zurückgewonnenen Zeit wieder vermehrt den kulinarischen Genüssen. Sei dies anhand von Kochkursen, in denen man den richtigen Umgang mit hochwertigen Lebensmitteln erlernt, zu Hause beim Experimentieren am eigenen Herd, oder bei einem gediegenen Essen im Restaurant. Zu achten ist in jeder Hinsicht auf eine gesunde Ernährung. Sie kann einfach und lecker und dabei die beste Gesundheitsvorsorge sein. Man muss nur wissen wie. Eine gute Methode, um zu entscheiden, ob ein Lebensmittel oder eine bestimmte Zubereitungsart zu einer gesunden Ernährung gehören, besteht darin, sich zu überlegen, ob es dieses oder jenes Produkt ohne die Lebensmittelindustrie geben würde. Kartoffelchips zum Beispiel werden industriell hergestellt und sind oft mit billigem Fett frittiert sowie mit Farbstoffen und Geschmacksverstärkern versetzt.
Nicht zu Unrecht heisst es im Volksmund: «Du bist, was du isst». Die Qualität, Frische und Herkunft der Produkte sind dabei entscheidende Kriterien. Die Ernährungspyramide hilft aufzuzeigen, welche Lebensmittel als ernährungsphysiologisch empfehlenswert eingeordnet werden, wie etwa (biologisch angebautes) Obst, Gemüse, Fisch, fettarme Milchprodukte, fettarmes Fleisch, Rapsöl, Trink- und Mineralwasser. Bei der Ernährung gilt es zudem, das richtige Mass zu finden – passend zum jeweiligen Alter, Energiebedarf und Gesundheitszustand.

Gesunde Delikatessen
Ältere Leute haben einen anderen Energiebedarf als junge Menschen, was aber nicht heisst, dass sie auf kulinarische Genüsse verzichten müssen. Gegrillte, frische Meeresfrüchte oder Fisch sind sehr schmackhaft und enthalten zudem wenig Fett, dafür aber sehr viel Proteine und Vitamine. Auch die japanische Delikatesse Sushi ist ein gesunder Leckerbissen. Die Mischung aus Reis, Fisch und Gemüse macht die kleinen Häppchen zu einer besonders verdaulichen Kost. Oder nehmen wir die italienische Küche, die weit mehr als Pizza und Pasta bietet. Sie ist ungewöhnlich vielseitig, nahrhaft und gesund. Sie basiert auf natürlichen Zutaten, die richtig zubereitet wahre kulinarische Delikatessen sind. Zum Beispiel mit ein wenig frischem Olivenöl beträufelte rohe oder gekochte Artischocken oder Spargeln erfreuen sich in Gourmetkreisen höchster Beliebtheit und sind zudem besonders kalorienarm, solange man sie nicht mit zu fetten Saucen beziehungsweise mit Mayonnaise geniesst. Ein Glas erlesener Wein dazu passt hervorragend und schadet ausserdem nicht. Ein mässiger Rotweinkonsum senkt sogar das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten und von Krebs, vorausgesetzt, man leidet nicht an einer Lebererkrankung. In diesem Falle ist Alkohol natürlich tabu.

Kulinarische Entdeckungsreisen
Und weshalb nicht gleich die kulinarischen Vorlieben mit einer lehrreichen Wein- oder Gourmetreise verbinden? Weindegustationen im In- und Ausland bieten die Möglichkeit, bekannte Weinregionen zu entdecken und sich mit den lokalen Weinsorten auf genussvolle Weise vertraut zu machen. Gourmetreisen hingegen erlauben es, regionale Delikatessen und Spezialitäten vor Ort zu kosten und dabei ihr Herkunftsgebiet zu erkunden. Natürlich sind auch Kombinationen beider Reisevarianten möglich. Nutzen Sie also die Zeit und verwöhnen Sie Ihre Sinnesorgane mit niveauvollem Essen und Trinken!