Schönes und kräftiges Haar symbolisiert Gesundheit und Vitalität auch im Alter. Wenn die Haare übermäs­sig auszufallen beginnen, ist das für die meisten Menschen, insbesondere für Frauen, ein Schock. Haarausfall kommt sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor und kann verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen besteht eine erbliche Veranlagung. «Zu wenig und dünnes Kopfhaar kann Betroffene psychisch enorm belasten», sagt Fachspezialist Ralph Trüeb. Charakteristisch für die androgenetische Alopezie ist die Verkleinerung der Haarfollikel. Die Haare werden immer feiner und dünnen aus. Die Ursache bei Männern liegt in einer erhöhten Aktivität von Dihydrotestosteron (DHT), bei Frauen spielt der genetische Faktor eine grössere Rolle. Bei über 60-Jährigen kommt es unabhängig von Hormonen und Genen zu einer natürlichen, zusätzlichen und altersbedingten Ausdünnung der Haare.

Klinisch erprobte Medikamente
Der anlagebedingte Haarausfall, der drei Viertel aller Männer und ein Drittel aller Frauen sichtbar betrifft und zum altersabhängig fortschreitenden Haarverlust führt, ist genetisch bedingt. Wer täglich im Lavabo seine ausgefallenen Haare akribisch zählt oder eine einsetzende Haarlichtung entdeckt, benötigt ärztlichen Rat. Vor der Behandlung steht eine systematische Ursachenabklärung. Neben der klinischen Untersuchung der Haare, der Kopfhaut und der übrigen Haut kommen weitere Untersuchungsmethoden zum Einsatz, unter anderen die Lupenuntersuchung und die Auflichtmikroskopie, bei der die Kopfhaut und das Haar mit starker Vergrösserung betrachtet werden können, was eine genauere Diagnosestellung ermöglicht. Zur anschliessenden Therapie stehen heute klinisch erprobte Medikamente zur Verfügung, welche entweder eingenommen oder auf die Kopfhaut auftragen werden. «Die Wahl der Medikamente hängt von der Ursache und der Ausprägung des Haarausfalls ab sowie vom Alter und Geschlecht», sagt Trüeb.

Die Eigenhaar-Transplantation
Da es gegen Haarausfall kein Allheilmittel gibt, setzt die Behandlung eine spezifische Diagnosestellung voraus. Heute stehen zur Behandlung des anlagebedingten Haarausfalls Medikamente zur Verfügung, die bei über 60 Prozent der betroffenen Frauen und 90 Prozent betroffener Männer den Haarausfall für die Dauer der Behandlung stoppen. Eine sichtbare Besserung kann damit in gut 50 Prozent der Fälle erzielt werden, vorausgesetzt, dass die Diagnose möglichst früh gestellt wird. Wenn der Haarverlust so weit fortgeschritten ist, dass mit Medikamenten kein kosmetisch befriedigendes Resultat mehr erzielt werden kann, kommt sowohl für Männer als auch für Frauen die Eigenhaar-Transplantation in Betracht, welche die einzige definitive Behandlung kahler Stellen darstellt. Gegen Haarausfall ist zwar niemand gefeit. Man kann aber zum guten Zustand der Haare auch selber beitragen: Dazu gehören eine Ernährung, die reich an hochwertigen Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen ist, eine angemessene Haarpflege und Stressbewältigung und der Verzicht auf die Zigarette, denn Rauchen schädigt nicht nur Organe des Körpers, sondern wirkt sich auch negativ auf den Zustand der Haare aus.