Wie hat Sie das Mutter-Sein verändert?
Die Gefühle, die man als Mutter hat, übertreffen alles Bisherige. Einerseits ist da diese unendliche Liebe, andererseits aber auch eine grosse Angst. Ich war nie ein besonders ängstlicher Mensch, aber seit ich Mutter bin, überkommt mich manchmal so eine unfassbare Angst, dass meinem Kind etwas zustossen könnte. Das liegt aber auch an meiner extrem furchtlosen Tochter, die wirklich überall raufklettern und runterspringen muss. Momentan denkt sie leider noch, sie wäre unkaputtbar.

Wie bringen Sie Kind und Karriere unter einen Hut?
Das ist alles eine Frage der Organisation. Mein Mann und ich schauen, dass wir nie gleichzeitig in anderen Städten sind und immer einer von uns beim Kind ist. Das lässt sich aber oft nicht so leicht umsetzen, weshalb uns zusätzlich ein Kindermädchen unterstützt. Aber natürlich kenne ich auch das Gefühl, ständig hin- und hergerissen zu sein. Einerseits arbeite ich wahnsinnig gerne, andererseits vermisse ich mein Kind extrem, wenn ich für Dreharbeiten weg bin. Besonders schwierig ist es für mich, wenn ich mit meinem Koffer in der Tür stehe, mein Kind sich an mir fest klammert und weinend ruft „Bitte Mami, nicht weggehen“. Wenn man dann sein Kind von sich losreisst, fühlt man sich wie eine Rabenmutter.

Wie darf man sich das Familienleben im Hause Ulmen-Fernandes vorstellen, wenn mal alle zuhause sind?
Dass wir alle gleichzeitig zuhause sind, kommt leider viel zu selten vor. Momentan verpassen wir uns irgendwie ständig. Wenn wir es jedoch schaffen alle gemeinsam zuhause zu sein, machen wir am liebsten gar nichts. Wir sind eine richtige „Abhängerfamilie“ und geniessen dann Haus und Garten.

Wie kamen Sie mit der Flut an Babyerstausstattungsgegenständen zurecht?
Für mich war das alles komplettes Neuland, mein Mann hat ja bereits einen neunjährigen Sohn und deshalb schon etwas Erfahrung mit der Thematik Babyerstausstattung. Jedenfalls war ich etwas überfordert mit der Flut an Gegenständen, die man unbedingt zu brauchen scheint. Ich habe tatsächlich vieles gekauft, das ich nachher nie benutzt habe. So stand etwa in der Broschüre vom Frauenarzt, dass man unbedingt Still T-Shirts braucht – ich hab dann einen Stapel solcher T-Shirts gekauft und im Krankenhaus festgestellt, dass man eigentlich mit jedem Shirt mit Knopfleiste stillen kann.  Somit blieben die meisten dieser T-Shirts komplett ungenutzt. Was man dafür in grossen Mengen haben sollte, sind Spucktücher. Die haben sich als äusserst nützliche Erfindung herausgestellt.

Thema Still BH`s. Haben Sie diese getragen?
Ich hatte mir zwar einen Still-BH gekauft,  aber irgendwann wieder angefangen meine "normalen" BHs zu tragen, da ich feststellte, dass man mit jedem BH mit weichen, ungefütterten Körbchen stillen kann. Für Frauen, die gerne gefütterte BHs oder BHs mit festen Schalen tragen, sind Still-BHs jedoch eine sehr gute Erfindung.

Denken Sie über ein Geschwisterchen für Ihre Tochter nach?
Nein, momentan nicht. Unsere Tochter ist eine sehr schlechte Schläferin und steht nachts oft im Bett weil sie tanzen, singen oder spielen will – also im Prinzip alles nur nicht schlafen. Somit bin ich froh, wenn ich hoffentlich bald wieder durchschlafen kann.

Wie und wo machen Sie am liebsten Ferien mit Kindern?
Am liebsten machen wir mit unseren Kindern Ferien am Meer. Da sind die Kinder zufrieden und wir folglich auch.

Sie sehen immer fantastisch aus. Wie haben Sie Ihre Figur nach der Schwangerschaft und Geburt wieder in Form gebracht?
Ich habe meinen Körper und meine Rundungen in der Schwangerschaft geliebt. Ich war sehr stolz auf meinen Bauch, auch wenn ich noch bis zu drei Monaten nach der Geburt gefragt wurde, in welchem Monat ich denn sei. Irgendwann ist der Bauch aber leider von alleine wieder verschwunden; dabei hätte ich ihn wirklich gern behalten.  

Weshalb ist Ihnen soziales Engagement wichtig?
Mein Mann und ich waren vor kurzem für die Aktion „Pampers für Unicef“ in Afrika. Bei dieser Aktion wird mit jeder verkauften Packung Pampers, der Gegenwert einer Tetanus Impfdosis an Unicef gespendet. Diese Aktion hat bereits dazu beigetragen, dass Neugeborenen-Tetanus in vierzehn Ländern eliminiert werden konnte. Das ist ein sensationeller Erfolg. Wenn man Eltern ist, reagiert man auf Kinder viel emotionaler. Wenn man hört, dass in Afrika noch immer viele Kinder an Tetanus sterben, geht einem das natürlich sehr nahe. Für uns war es deshalb selbstverständlich, zu helfen und als Botschafter nach Afrika zu reisen.