Die Schweizer Frau hat im Schnitt 1,5 Kinder – das reicht nicht für den Fortbestand der nächsten Generationen. Mit der Abstimmung vom 9. Februar 2014 entschied sich die Schweiz für eine stark eingeschränkte Einwanderung.

Doch Arbeitgeber beklagen einen Arbeitskräftemangel und viele Paare (besonders Frauen) geben wegen teurer Kinderbetreuungsangebote ihre Arbeitstätigkeit auf, obschon der Lohn nur eines Partners oft nicht für den Unterhalt der Familie genügt.

Für eine Gesellschaft, die ihre Erneuerung sicherstellen (und auch die AHV finanzieren) will, statt zur riesigen Alters- und Pflegeresidenz zu werden, und auch die Frauenarbeit zu fördern beabsichtigt (heute absolvieren beispielsweise mehr Frauen als Männer ein Hochschulstudium), ist es an der Zeit, eine Familienpolitik zu betreiben, die diesen Namen auch verdient.

Konkret beinhaltet dies, alternative Arbeitsmodelle zu unterstützen, etwa Teilzeittätigkeit für Frauen und Männer, Homeoffice, freie Arbeitszeiteinteilung an allen Wochentagen, Schaffen von Strukturen, die Frauen den Zugang zu Kaderfunktionen ermöglichen und so weiter.

Heute weiss man, dass Unternehmen mit guten Arbeitsbedingungen produktiver sind. Die Mitarbeitermotivation ist höher, die Angestellten sind dem Arbeitgeber dankbar und der Firma gegenüber loyaler.

Eine effiziente Familienpolitik bedeutet aber auch, ein Steuermodell umzusetzen, das einkommensunabhängige Kinderabzüge ermöglicht (ein Kind kostet immer gleich viel – egal, wie viel seine Eltern verdienen).

Eine gute Familienpolitik ist nicht gratis zu haben und erfordert veränderte Denkweisen. Doch solchen Aufwänden stehen die folgenden Argumente gegenüber:

  • Kosten der Ausbildung, dank welcher Frauen in den letzten Jahren ein hohes fachliches Niveau erreicht haben
  • Mangel an qualifizierten Arbeitskräften auf dem Markt
  • Mehr Produktivität in Firmen, die familienfreundliche Arbeitsbedingungen bieten
  • Kostensteigerung im AHV-System, die durch eine Mehrwertsteuererhöhung finanziert werden muss
  • Last, but not least ein zukunftsfähiges Gesellschaftsmodell für die nächsten Generationen

Nähern wir uns als Gesellschaft mit mehr Kindern und einer flexibleren Arbeitsorganisation nicht dem Ideal an, das wir sehnlichst anstreben? Der Schwerpunkt Familie als Trägerin einer Gesellschaft, die wir für morgen errichten, ist der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Familienpolitik, die in den nächsten Jahren geschaffen werden muss.