Was macht eine gute und artgerechte Haltung von Nutztieren aus?

Generell haben wir in der Schweiz einen sehr hohen Standard im Vergleich zur EU, was die artgerechte Haltung von Nutztieren anbelangt.

Wichtig ist, dass das Tier genug Platz hat, der Stall genug belichtet ist, Weidegang beim Rind und dass sich das Tier wohlfühlt. Bei der Fütterung ist zu achten, dass das Futter gentechfrei ist. Leistungsförderer wie Wachstumshormone oder Antibiotika sind in der Schweiz seit Längerem untersagt.

Welchen Einfluss hat die artgerechte Tierhaltung auf die Fleischqualität?

Der Einsatz der Bauern für eine artgerechte Nutztierhaltung lohnt sich: Die Tiere sind gesünder und ihr Fleisch schmeckt vorzüglich.

Verschiedenste Labelprogramme stellen zusätzliche Anforderungen an die Haltung und die Fütterung der Tiere.

Was ist beim Kauf von gutem Fleisch zu beachten?

Aufgrund des hohen Tierschutzniveaus in der Schweiz empfehle ich, Schweizer Fleisch zu kaufen sowie die verschiedenen Labels zu beachten, welche zusätzliche Anforderungen an die Tierhaltung stellen.

Auch empfehle ich, dem aufkommenden Trend «Nose to Tail» zu folgen. Es geht darum, auch andere Fleischteile als nur Filet und Entrecôte zu verspeisen. Denn jährlich werden rund 5000 Tonnen Edelfleischstücke vom Rind in die Schweiz importiert.

Weniger edle Stücke wie Schweinefüsse, Schnörrli oder Innereien sind rar in Herr und Frau Schweizers Küchen. Diese Stücke werden zum grossen Teil ins Ausland exportiert. Zu Grossmutters Zeiten gabs noch das bekannte «Gnagi» aus Schweinefüssen, heute werden sie noch in China als Delikatesse gehandelt.