Gemäss Dr. Sylvia Wilhelm, Spezialistin für Dermatologie, können Flohstiche bei Hunden und Katzen zu Hautentzündungen führen. Eine Sekundärinfektion mit Bakterien oder Hefen verschlimmert die Situation sogar noch. Ausserdem kann ein starker Befall eine Blutarmut oder eine Flohbiss-Allergie auslösen. Zecken verbreiten über ihren Speichel auch so Einiges. Sie übertragen verschiedene Blutparasiten (z.B. Babesiose, Anaplasmose oder Ehrlichiose), welche zu schwerwiegenden Symptomen, wie Blutarmut, Blutplättchenarmut, ständig wiederkehrendes Fieber, Nasenbluten, Erbrechen oder Atemnot führen können.

Unterschiedliche Wirkungsdauer

Die Grosszahl der Haustierbesitzer möchte ihren Lieblingen solche Unannehmlichkeiten ersparen und betreibt Prävention. Eine Möglichkeit sind sogenannte «Spot-on»-Präparate, welche monatlich angewendet werden müssen. Dies sind kleine Ampullen, deren Flüssigkeit im Nacken oder auf dem Rücken des Tieres direkt auf die Haut aufgetragen wird. Zusätzlich kann der Besitzer dem Tier ein Halsband umlegen, welches beim Baden jedoch abgenommen werden muss, einen Spray verwenden oder Tabletten verabreichen. Neu kann beim Tierarzt eine schmackhafte und gut verträgliche Kautablette bezogen werden, deren Wirkung drei Monate lang anhält. Die Wirkstoffe der Präparate verteilen sich auf der Haut, greifen direkt Teile des Nervensystems der Parasiten an und führen v.a. über Lähmungen oder Exzitation zum Tod der Flöhe und Zecken. Als zusätzliche Wirkung, oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen hemmen einige Produkte auch die Eiablage der Flöhe. Dies ist sehr wichtig, da nur zirka fünf Prozent der Flöhe direkt auf dem Tier sind. Eier, Larven und Puppen befinden sich alle in der Umgebung. Nebenwirkungen sind selten. Allerdings sollte bei Hunden das Produkt mit der Wirkstoffkombination Amitraz/Fipronil/Methopren vermieden werden. Es wurden einzelne Fälle dokumentiert, bei denen so eine Autoimmunerkrankung ausgelöst wurde. Wichtig ist auch, dass die Präparate ausserhalb der Reichweite von Kindern und anderen Haustieren aufbewahrt werden. Gewisse Präparate können für Katzen extrem gefährlich sein und sogar zum Tod führen.

Perfekter Schutz im Urlaub

Ein Spezialfall sind südliche Urlaubspläne mit dem Tier. Im Süden gibt es nämlich Erkrankungen, die in der Schweiz nicht vorkommen. Nebst den oben erwähnten Beispielen existieren Krankheiten, wie z.B. Herzwürmer, gegen die ein Hund geschützt werden sollte. Wenn sich die Hunde weniger als einem Monat im Mittelmeerraumgebiet aufhalten, reicht nach der Heimkehr eine Milbemycin/Praziquantel-Tablette. Bei längeren Aufenthalten sollte die Behandlung monatlich durchgeführt werden. Zum Schutz vor Leishmanien, einer nicht-heilbaren Erkrankung, die von Sandmücken übertragen wird, können Permethrin- oder Deltamethrin-haltige Produkte verwendet oder eine Impfung in Betracht gezogen werden. Allerdings bietet kein Medikament einen 100%-Schutz. Da Sandmücken vor allem dämmerungsaktiv sind, sollte sich der Hund abends in Räumen, deren Fenster mit Moskitonetzen geschützt sind, aufhalten.