Was geschieht, wenn ich einen schweren Autounfall habe oder einen Hirnschlag erleide und nicht mehr ansprechbar bin? Wer bestimmt dann über mein Leben?

«In Notfällen entscheiden die behandelnden Ärzte über die medizinischen Massnahmen beim nicht ansprechbaren Patienten, und zwar in dessen Interesse und gemäss seinem mutmasslichen Willen.

«In einer Patientenverfügung kann man eine medizinische Vertretungsperson bestimmen und andere Anweisungen festhalten»

In nicht dringlichen Fällen klärt das Behandlungsteam ab, ob der Patient eine Patientenverfügung hat, in der er entsprechende Anordnungen getroffen hat», erläutert Margareta Annen-Ruf, Vorstandsmitglied des Schweizerischen Verbands für Seniorenfragen (SVS).

«In einer Patientenverfügung kann man eine medizinische Vertretungsperson bestimmen und andere Anweisungen festhalten.» Mit andern Worten: In der Patientenverfügung wird schriftlich festgelegt, wie man medizinisch behandelt werden möchte, etwa bezüglich Schmerzlinderung, lebensverlängernder Massnahmen, nach einem schweren Unfall oder schwerer Erkrankung.

Die Patientenverfügung gilt, wenn man selber nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen und seinen Willen zu äussern.

«Mit der Verfügung entlastet man seine Angehörigen und gibt dem ärztlichen Behandlungsteam konkrete Handlungsanweisungen für schwierige Entscheidungssituationen», betont Annen-Ruf.

Interventionen vermeiden

Ein weiteres wichtiges Instrument ist der Vorsorgeauftrag. Damit kann eine handlungsfähige Person selber bestimmen, wer im Fall der Urteilsunfähigkeit die Personensorge, die Vermögenssorge und die Vertretung in rechtlichen Angelegenheiten übernehmen soll.

«Vor allem ältere Menschen können so ihren Willen rechtzeitig festhalten und eine nahestehende Person oder Fachstelle zur Regelung ihrer Angelegenheiten für den Fall der Urteilsunfähigkeit beauftragen und ermächtigen», erklärt Annen-Ruf.

Liegt ein rechtsgültiger Vorsorgeauftrag vor, können Interventionen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) vermieden werden. Die KESB haben die Aufgabe, den Schutz von Personen sicherzustellen, die nicht selbständig in der Lage sind, die für sie notwendige Unterstützung einzuholen.

 

Mehr Infos zur Patientenverfügung unter www.patientenverfügung.ch