Viele Seniorinnen und Senioren...

...verheimlichen oder verharmlosen einen Sturz, möchten sie doch lieber selbstständig bleiben und nicht in ein Pflegeheim ziehen.

Doch damit beginnt oft ein Teufelskreis: Aus Angst, erneut zu stürzen, schränken sie ihren Bewegungsspielraum ein. Sie ziehen sich vom sozialen Leben zurück und vernachlässigen das alltägliche Training von Kraft und Gleichgewicht, was das Sturzrisiko wiederum erhöht.

Doch auch ohne vorangegangenes Ereignis erhöht sich mit steigendem Alter das Risiko, aus einer Alltagssituation heraus das Gleichgewicht zu verlieren.

Grund dafür sind zahlreiche Veränderungen, die mit den Jahren im Körper stattfinden und die Leistungsfähigkeit in verschiedenen Bereichen beeinträchtigen. Man spricht dabei von inneren und äusseren Faktoren, die das Sturzrisiko beeinflussen.

Zu den inneren Faktoren zählen...

...beispielsweise die abnehmende Muskelmasse (Sarkopenie), Gangstörungen, Schwerhörigkeit, Verminderung der Sehfähigkeit, das Einnehmen von mehr als 4 oder mehr Medikamenten sowie die Abnahme der sogenannten Dual-Task-Fähigkeit.

Darunter versteht man das gleichzeitige Ausführen einer aktiven Bewegung und einer geistigen Aufgabe. Diese Fähigkeit kann man mit folgender Übung trainieren:

  • Ziel: Gleichgewicht an Ort trainieren, Dual-Task-Fähigkeit verbessern
  • Ausgangsstellung: Stellen Sie sich aufrecht hin, die Füsse leicht versetzt, die Beine leicht geöffnet.
  • Ausführung: Halten Sie das Gleichgewicht, indem Sie mit den Armen ausbalancieren.
  • Steigerung 1: Schreiben Sie mit einer Hand einen Namen in die Luft.
  • Steigerung 2: Stellen Sie einen Fuss direkt vor den anderen. Die Ferse des vorderen berührt die Zehenspitzen des hinteren.
  • Wiederholungen: 4 mal 20 Sekunden je Seite, dazwischen kurze Pausen

Die äusseren Risikofaktoren betreffen die Wohnsituation, Stolperfallen (lose Kabel, Teppiche, Schwellen), aber auch eine ungenügende Beleuchtung, fehlende Griffe oder Geländer sowie die Kleidung (insbesondere Hausschuhe).

Oft wirken innere und äussere Faktoren unheilvoll zusammen, zum Beispiel ungünstige Lichtverhältnisse und eine altersbedingte Sehstörung.

Speziell für selbstständig wohnende Seniorinnen und Senioren hat die Rheumaliga Schweiz ein einzigartiges Programm «Sicher durch den Alltag – persönliche Sturzprävention zuhause» entwickelt.

Speziell geschulte Physio- oder Ergotherapeuten besuchen ältere Menschen zuhause und bewerten vor Ort das persönliche Sturzrisiko anhand von Bewegungsübungen.

In der Wohnung selber können schon geringe Verbesserungen viel bewirken. Die gut ausgerüstete Therapeutin hat Klebebänder dabei, mit denen sich Stolperfallen am Boden markieren oder lose Teppiche fixieren lassen.

Zusätzlich zeigt die Physio- oder Ergotherapeutin einfache Balance- und Kräftigungsübungen, die auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind. Ein gutes Gleichgewicht und eine gute Beinmuskulatur sind der beste Schutz gegen einen Sturz!

Interessierte können sich direkt bei der nationalen Geschäftsstelle der Rheumaliga Schweiz über die Sturzprävention informieren und anmelden.