Der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt bringt zahlreiche Veränderungen mit sich. Für die Jugendlichen bedeutet das, einen veränderten Alltag zu meistern, neue Dinge zu lernen und den ersten Lohn zu verwalten. Auch wenn die meisten Lernenden zu Hause wohnen und von den Eltern unterstützt werden, sollte vor dem ersten Arbeitstag geklärt werden, ob für Kost und Logis etwas abgegeben wird und für welche Auslagen die Eltern weiterhin aufkommen. Oftmals sind sich Jugendliche nicht bewusst, wie viel alles kostet. Von klein auf sind sie sich gewohnt, dass die meisten Bedürfnisse gedeckt sind und viele Alltagswünsche von den Eltern erfüllt werden. Dass eine Wohnung, ein gefüllter Kühlschrank und Kleider Geld kosten und Ferien und Freizeitaktivitäten nicht einfach so zu haben sind, geht leicht unter. Wer sich schon während der Ausbildung daran gewöhnt hat, Geld selber zu verwalten und Konsumwünsche sorgfältig abzuwägen, kommt mit den eigenen Finanzen später besser klar.

Die Verantwortung wächst mit den Jahren

Während einer Lehrzeit verändern sich die finanziellen Verhältnisse. Sinnvoll ist, diese Veränderungen in der Budgetplanung zu berücksichtigen. Beispielsweise bezahlen die Eltern im ersten Lehrjahr die Krankenkassenprämien. Ab dem zweiten Lehrjahr beteiligen sich die Lernenden mit einem Beitrag, der sich mit jedem weiteren Lehrjahr erhöht. Um für grössere Ausgaben, wie Ferien, Fahrstunden, Weiterbildung und Steuern, gewappnet zu sein, empfiehlt es sich, ein Sparkonto mit einem monatlichen Dauerauftrag einzurichten. Denn Älterwerden bedeutet, mehr Verantwortung zu übernehmen. Diese Überlegung liegt auch dem Modell Jugendlohn zugrunde. Der gleichnamige Verein (www.jugendlohn.ch), dem auch Pro Juventute angehört, empfiehlt dieses Modell. Im Gegensatz zum Taschengeld, welches für nicht zwingend Nötiges bestimmt ist, wird mit dem Jugendlohn ein Teil der täglichen Lebenskosten eigenverantwortlich finanziert.

Jugendlohn anstelle des Taschengelds?

Laut Experten ist der zwölfte Geburtstag ideal, um den Jugendlohn einzuführen. In diesem Alter ist das Kind bereits in der Lage, seine Bedürfnisse abzuwägen und gleichzeitig für elterlichen Rat noch empfänglich. Bis Jugendliche eine Ausbildung beginnen oder auf eigenen Füssen stehen, bleibt ausreichend Zeit, den Umgang mit Geld und Konsum im Alltag zu üben. Mit dem Jugendlohn werden Verpflichtungen übertragen und gleichzeitig eröffnen sich neue Freiräume. Meistens belastet der Jugendlohn das Familienbudget weniger als das Taschengeld und steigende Ansprüche. Somit eignet sich dieses Modell für Familien aller Einkommensklassen. Damit der Schritt in die finanzielle Selbstständigkeit gelingt, braucht es offene Gespräche, eine gemeinsame Budetplanung und Fingerspitzengefühl für die Begleitung. Auf diese Weise können Eltern ihren Sohn, ihre Tochter unterstützen, aber auch eigene Erfahrungen machen lassen.