Welche Auswirkungen kann eine HPV Infektion für Frauen und Männer haben?

Als erstes müssen wir zwischen den verschiedenen HP Viren differenzieren. Bekannt sind heute mehr als 150 verschiedene HPV-Typen. Die meisten dieser Viren sind eher harmlos und führen etwa zu Warzen. Andere hingegen, wie die HPV Typen 16 und 18 können zu  bösartigen Gewebeveränderungen an Gebärmutterhals, Schamlippen und Scheidenvorhof (Vulva), Scheide, Penis, After oder im Mund-Rachen-Bereich führen. Nach Schätzungen infizieren sich 70 % bis 80 % der sexuell aktiven Frauen und Männer im Laufe ihres Lebens mit HPV.

Wie äussert sich eine HPV Infektion?

Das tückische an der HPV Infektion ist, dass sie in der Regel völlig schmerzlos verläuft und man sie nicht bemerkt. Eine HPV Infektion auf der Haut macht eine Warze, an der Schleimhaut hingegen zeigen sich keine optischen Veränderungen. Das gilt auch  für die Hochrisikotypen 16 und 18. Bei jeder fünften Frau, die mit einem Hochrisiko-Typ des Virus infiziert ist, geht die Infektion weiter und es entwickelt sich eine Krebsvorstufe, aus welcher sich Krebs entwickeln kann. Gebärmutterhalskrebs ist in der Schweiz bei Frauen zwischen 20 und 49 Jahren die fünfthäufigste Krebsart.

Da sich keine Symptome zeigen, werden die Viren unbemerkt weitergegeben. Wie erfolgt die Übertragung?

Diese unter Umständen Krebs verursachenden Viren werden durch Sexualkontakte übertragen. In Studien hat sich gezeigt: Je mehr Geschlechtspartner ein Mann oder eine Frau hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie eine HPV-Infektion im Genitalbereich aufweist.

Wie kann einer HPV Infektion vorgebeugt werden?

Der beste und sicherste Schutz vor diesen gefährlichen Virustypen ist die Impfung. Denn diese verhindert die Infektion und somit Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Um die maximale Wirksamkeit zu erreichen, erfolgt die Impfung idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr bei Jugendlichen vor dem 15. Geburtstag. Die Impfung wird in jedem Fall auch jungen Männern empfohlen. Im Rahmen der kantonalen Impfprogramme ist die Impfung für 11- bis 14-jährige Mädchen kostenlos. Die Impfung kann bis zum Alter von 26 Jahren nachgeholt werden.

Weshalb wird die Impfung auch Jungen und Männern empfohlen?

In der Schweiz sind in den letzten 5 Jahren jährlich zwischen 80 und 180 Männer an HPV-16/-18-assoziiertem Krebs erkrankt. Für HPV-bedingte Krebserkrankungen ausser Gebärmutterhalskrebs gibt es keine routinemässigen Vorsorgeuntersuchungen. Die Impfung könnte zur Verhinderung dieser Erkrankungen beitragen.
Im letzten Jahr betrug die Durchimpfung der 18- bis 24-jährigen Frauen 53

Prozent. Wie kann diese Rate gesteigert werden?

Hier muss noch mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen über die Folgen einer HPV Infektion aufgeklärt und zur Impfung animiert werden. Die Aufklärung sollte einerseits durch den Kinderarzt, durch die Eltern, aber auch durch Lehrer erfolgen.