FACTS

Die Kinderspitex existiert seit 1995. Die Gründung der ersten Kinderspitex Schweiz geht auf das Engagement dreier Kinder-Pflegefachfrauen und eines Kinderarztes vom Kinderspital Zürich zurück. Kinderspitex-Organisationen sind Non-Profit-Organisationen. Anfallende Kosten für die ambulante Kinderpflege werden über die Krankenkassen oder, bei Geburtsgebrechen, über die Invalidenversicherung (IV) abgerechnet und von Gemeinde und Kanton subventioniert. Da die Tarife für die Betreuung der Kinder nicht kostendeckend sind, ist die Kinderspitex zudem auf Spenden angewiesen. Die Mitarbeiterinnen der Kinderspitex sind qualifizierte, diplomierte Pflegefachpersonen mit Erfahrung in akuter Kinderkrankenpflege. 2014 wurden schweizweit 1538 Kinder durch die Kinderspitex betreut. Total hatte die Kinderspitex im vergangenen Jahr 78498 Einsätze.

Die Kinderspitex bietet professionelle Pflege für behinderte und kranke Säuglinge, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an. Mit einem familienzentrierten Ansatz in der Pflege werden neben der medizinisch-somatischen Pflege auch psychopädiatrische Pflege und Palliative Care angeboten. «Die Kinderspitex stellt pro Familie ein eigenes Team zusammen und gewährleistet damit im Sinne der Bezugspflege eine hohe Pflegekontinuität. Die Kinder können bei Bedarf über mehrere Jahre bis ins Erwachsenenalter gepflegt werden», erklärt Franz Elmer. «Viele von unseren Kindern leiden an einem Geburtsgebrechen, welche oft zu den sogenannt seltenen Krankheiten gehören.

Unfall und Krankheit

Häufig handelt es sich um Krankheiten wie Morbus Duchenne (Muskeldystrophie) oder Mukopolysaccharidose, welche eine verkürzte Lebenserwartung bedeuten. Wir pflegen natürlich auch Kinder, die aufgrund eines Unfalles oder als Folge von einer Erkrankung auf Pflege angewiesen sind», so Elmer. Manchmal kommt es jedoch auch vor, dass ein Kind nicht mehr zu Hause betreut werden kann. Etwa dann, wenn es in eine akute Krankheitsphase kommt und eine Intensivbehandlung nötig ist. «Wenn zum Beispiel die Sauerstoffsättigung aus irgendeinem Grund sehr tief ist, ein Kind pausenlose Anfälle hat oder einen schweren Infekt erleidet, wird eine Spitaleinweisung nötig. Für uns ist die Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal und den Ärzten im Spital sowie mit den Eltern sehr wichtig.»

Positive Entwicklung

Franz Elmer könnte von jedem einzelnen Kind eindrückliche Begebenheiten erzählen. «Oft sind es erfreuliche Geschichten, etwa wenn unsere Pflege eine positive Entwicklung des Kindes zeigt und die Eltern endlich wieder Zeit für sich und die Geschwister haben. Natürlich gibt es auch sehr traurige Momente, etwa wenn es einem Kind aufgrund seiner Krankheit immer schlechter geht oder wenn es stirbt, bevor es die Welt richtig gesehen hat.»