Hämangiome, umgangssprachlich auch „Blutschwämmchen“ oder „Erdbeerfleck“ genannt, sind die häufigsten Tumoren bei Kindern. Etwa 10% aller Kinder im ersten Lebensjahr sind von den meist ungefährlichen roten Flecken betroffen, wobei Mädchen etwas häufiger als Jungen. Hämangiome können oberflächlich oder tiefer in der Haut liegen. 60% betreffen das Gesicht oder den Halsbereich.

Drei Entwicklungsphasen

Der genaue Entstehungsmechanismus ist bis heute noch nicht genau geklärt. Infantile Hämangiome treten für gewöhnlich in den ersten Lebenswochen durch eine überschiessende Bildung von kleinen Blutgefässen auf und entwickeln sich in drei Phasen weiter: einer Wachstumsphase, die bis einige Monate nach der Geburt anhält, einer Plateau-/Stagnationsphase, gefolgt von einer Regressionsphase, in der sich das Hämangiom über mehrere Jahre zurückbildet. Am Ende der Regressionsphase können unter Umständen Hautveränderungen zurückbleiben.

In den ersten Wochen sollte das Hämangiom in Absprache mit dem Pädiater beobachtet und gegebenenfalls häufig kontrolliert werden. Wenn eine Behandlungsbedürftigkeit festgestellt wird oder ein Verdachtsfall besteht, werden im spezialisierten Zentrum in Zusammenarbeit mit dem Pädiater weitere Abklärungen getroffen und nach Ausschluss von Therapierisiken bei Bedarf die Behandlung begonnen.

Wann braucht es eine Behandlung?

Hämangiome sind in der Regel vollkommen unproblematisch und ungefährlich. Da sie sich auch von selbst wieder zurückbilden, bedürfen sie dann keiner Behandlung. Es gibt allerdings einzelne Ausnahmen, die aufgrund ihrer kritischen Stelle oder wegen ihres schnellen Wachstums zu Problemen führen können.

So können bestimmte Hämangiome am Auge das Sehvermögen beeinträchtigen oder im Bereich der Luftröhre zu Atembeschwerden führen. Auch dauerhaft entstellende oder pflegerisch kritische Bereiche wie Gesicht und Genitalien erfordern zuweilen eine Behandlung.

Für bessere Erfolgsaussichten sollte der Therapiestart so früh wie möglich, am besten bereits in den ersten Lebenswochen, erfolgen. Im Hinblick auf das zarte Alter der kleinen Patienten sind zudem Sicherheitsaspekte der zur Auswahl stehenden Medikamente zu berücksichtigen.  Hierbei stehen die spezialisierten Zentren als Anlauf- und Behandlungsstelle beratend zur Seite.