Bereits ab der sechsten bis achten Schwangerschaftswoche der Mutter entwickeln sich die Milchzähne des heranwachsenden Kindes.

Dann bilden sich die ersten Zahnleisten, aus denen die Keimanlagen für die 20 Milchzähne und die später nachwachsenden 32 bleibenden Zähne entstehen.

«Die Pflege der Milchzähne ist sehr wichtig, denn diese dienen nicht nur als Platzhalter für die bleibenden Zähne, sondern auch für die Sprachentwicklung und Mimik, zum Abbeissen und Kauen»

Bei der Geburt des Kindes sind bereits alle 20 Milchzähne und auch die bleibenden Zähne unter dem Zahnfleisch im Knochen angelegt.

Schon vor dem Zahndurchbruch kann das Baby durch das Wachstum der Zähne leichte Schmerzen verspüren.

Ein vermehrter Speichelfluss, Quengeln, auffallend rote Bäckchen, leicht erhöhte Körpertemperatur oder ein Fäustchen im Mund sind Anzeichen für das Zahnen.

«Bei solchen Begleiterscheinungen des Zahnens kann beispielsweise ein gekühlter Beissring oder ein zahnfreundliches Zahngel helfen», rät Claudia Uebelmann, Geschäftsführerin der «Aktion Zahnfreundlich».

Bis zum Durchbruch des ersten Zahns kann man beim Baby eine sehr vorsichtige Massage des noch zahnlosen Ober- und Unterkiefers – am besten mit der Fingerkuppe – vornehmen.

So gewöhnt sich schon das kleine Kind an die «Manipulation» im Mundraum. Wenn bereits Zahnspitzen sichtbar sind, kann man diese nach dem Trinken mit einem angefeuchteten Wattestäbchen rundherum vorsichtig säubern.

Pflege ist wichtig

Zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat ist das erste Milchzähnchen im Unterkiefer zu sehen. Die anderen folgen in einer ganz bestimmten Reihenfolge. Bis alle 20 Milchzähne da sind (je zehn im Ober- und Unterkiefer), dauert es rund zweieinhalb Jahre.

«Die Pflege der Milchzähne ist sehr wichtig, denn diese dienen nicht nur als Platzhalter für die bleibenden Zähne, sondern auch für die Sprachentwicklung und Mimik, zum Abbeissen und Kauen», betont Claudia Uebelmann.

Der Durchbruch des ersten Milchzahns ist zugleich der Startschuss für eine regelmässige Zahnreinigung. Die Aufgabe der Eltern ist es, von nun an einmal täglich die Zähne ihres Kindes mit einer sehr weichen Babyzahnbürste und einer Kinderzahnpasta zu putzen.

Wir empfehlen, ab Durchbruch des ersten Zahns bis zum zweiten Geburtstag eine milde und nicht zu süsse Kinderzahnpaste mit einer Fluoridkonzentration von 500 ppm und einer erbsengrossen Menge zu verwenden», so Uebelmann.

Auf Zahnarztbesuch vorbereiten

Am besten führt man die tägliche Zahnpflege beim Kind als Abendritual nach dem Stillen oder dem «Schoppen» ein. Dabei sollte man darauf achten, dem Kind anschliessend nur Wasser und keine Milch zu geben, da diese Milchzucker (Laktose) enthält, welche Karies verursachen kann.

Die tägliche Zahn- und Mundpflege dient dem Kind ebenfalls als nützliche Vorbereitung für den Zahnarztbesuch. «Stellen Sie Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Zahnärztin das Kind zwischen dem 18. und 24. Lebensmonat zum ersten Mal vor und gehen Sie anschliessend regelmässig mit ihm zum Zahnarzt», empfiehlt Claudia Uebelmann.

Dadurch können Zahnstellungs- und Bisslagefehler frühzeitig erkannt und bei erhöhtem Kariesrisiko zusätzliche Massnahmen eingeleitet werden.