Nach sechs Monaten kann das Stillen...

...die Ernährungsbedürfnisse des Säuglings immer weniger alleine befriedigen und es ist an der Zeit für die Einführung der Beikost.

Die Zugabe von Beikost heisst jedoch nicht, dass das Stillen substituiert wird. Mindestens bis zum Alter von zwei Jahren sollte das Kind mit Muttermilch versorgt werden, da Muttermilch weiterhin eine wichtige Quelle für viele Nährstoffe ist und die Immunabwehr des Kindes weiter stärkt.

Die Ernährung mit Muttermilch hat für Mutter und Kind zahlreiche Vorteile

Es ist dabei unerheblich, ob die Muttermilch direkt über die Brust zugeführt wird oder mit der Milchpumpe gewonnen wird. Durch die Muttermilch erhält das Baby täglich eine natürliche Impfung zur Stärkung des Immunsystems und zum Aufbau einer gestärkten Darmflora.

Die Säuglinge sind dadurch weniger krankheitsanfällig. Studien belegen, dass gestillte Kinder im späteren Leben weniger zu Übergewicht neigen. Gleichzeitig dient die Muttermilch als Allergieprophylaxe.

Die Muttermilch passt sich in der Menge und Zusammensetzung den Bedürfnissen des Säuglings an. Abhängig von der Nahrungsaufnahme der Mutter verändert sich der Geschmack der Muttermilch.

Durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung führt die Mutter den Säugling an vielfältige Geschmackempfindungen heran, was das spätere Essverhalten positiv beeinflussen kann.

Nicht nur für den Säugling hat das Stillen viele Vorteile, auch die Mutter profitiert davon, dass die Muttermilch die Gewichtsabnahme nach der Schwangerschaft erleichtert und das Brustkrebsrisiko erheblich senkt. Durch das Stillen wird die Bindung von Mutter und Kind gefestigt. Stillen ist die Ruhe- und Entspannungszeit von Mutter und Kind.

Aber ist das Stillen immer so einfach wie bei beim Titel geschrieben? Gibt es denn auch Nachteile? Stillen muss gelernt werden. Der Stillstart ist für viele Frauen ein aufwendiger, schwieriger, häufig auch ein schmerzhafter Prozess.

Die Brustwarzen schmerzen, der Säugling ist unruhig, da sich der Milchfluss noch nicht eingependelt hat, und die häufigen Nachtunterbrechungen zerren an der Substanz der Mütter. Die schön frisierten, glücklichen Mütter auf Werbeanzeigen verfälschen das Alltagsbild komplett.

Trotz alledem lohnt sich das Durchbeissen in den ersten Wochen nach der Geburt. Ist das Stillen erst einmal etabliert,  ist es das Einfachste und Beste für Mutter und Kind. Die Milch ist stets in der richtigen Menge und Zusammensetzung dabei, sei es zu Hause oder unterwegs.

Vertrauen Sie auf die Natur, bringen Sie die Gelassenheit an den Tag, auch wenn Ihr Alltag völlig aus dem Ruder gerät. Ihr Kind profitiert sein ganzes Leben lang von Ihrer Muttermilch.

Tipp

So klappt’s mit dem Stillen

  1. Gleich nach der Geburt anlegen – auch nach einem Kaiserschnitt. Und auch weiterhin immer wieder anlegen. Ärzte und Hebammen raten zu Abständen von zwei bis drei Stunden, damit der Milcheinschuss in Gang kommt.
  2. Für das Stillen an der Brust ist ein kräftiger Zug nötig, daher sollte kurz nach der Geburt auf den Schnuller und die Flasche verzichtet werden, weil diese ein ganz anderes Saugverhalten beim Säugling fördern.
  3. Nach dem Milcheinschuss lieber dann stillen, wenn das Baby Hunger hat, und nicht, wenn die Brust spannt, da sonst zu viel Milch produziert wird.
  4. Wenn möglich das Milchabpumpen vermeiden, denn auch das bringt das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage durcheinander.
  5. Ganz wichtig: Viel trinken – besonders gut sind spezielle Stilltees aus der Apotheke oder Drogerie (zum Beispiel Fencheltee).
  6. Auf die Ernährung achten! «Falsche» Lebensmittel und Getränke können beim Baby für Blähungen und Bauchschmerzen sorgen.
  7. Die Milchproduktion wird auch durch zu viel Stress gehemmt – daher sollten Sie darauf achten, genügend zu schlafen und sich auszuruhen.