Nico Hischier, du hast als Eishockeyspieler bei den New Jersey Devils der National Hockey League einen gut dotierten Vertrag. Was bedeutet dir Geld und wie gehst du damit um?
Ich bin von meinen Eltern zur Bescheidenheit erzogen worden. Entsprechend lege ich mein Geld aufs Sparkonto. Ich weiss, dass es mir finanziell im Vergleich zu Gleichaltrigen enorm gut geht. Grundsätzlich spielt Geld in meinen Überlegungen jedoch keine grosse Rolle. Ab und zu leiste ich mir etwas. Aber das ist es dann auch schon.

Welche Rolle hat der Sport für dich bereits als Jugendlicher gespielt?
Der Sport hat für mich schon als kleiner Bub eine sehr grosse Rolle gespielt. Ich habe verschiedene Sportschulen besucht. Früher habe ich zahlreiche Sportarten ausgeübt. Ich habe Fussball und Tennis gespielt, ging snowboarden und Ski fahren, habe Judo und Kunstturnen gemacht. Mit sieben, acht Jahren habe ich dann voll auf Eishockey und Fussball fokussiert. Später habe ich mich auf Eishockey festgelegt.

Welche ersten Karriereschritte sind für dich im Nachhinein wichtig?
Ich begann meine Karriere bei den Junioren des EHC Visp. Mit 15 Jahren wechselte ich 2014 in die Jugendabteilung des SC Bern, wo ich ein Jahr später bei den Profis in der National League A meinen Einstand gab. In der Saison 2015/16 absolvierte ich 15 Spiele für Bern in der Nationalliga A und auf Leihbasis sieben Spiele für Visp in der Nationalliga B.


Nostalgie 
Er fühlte sich schon in seinen jungen Jahren zum Eishockeysport hingezogen.

Wie gehst du mit deinem Erfolg um?
Ich versuche gar nicht gross darüber nachzudenken. Zudem habe ich meine Ziele sicher noch nicht erreicht, weiss aber, dass ich heute auf einem guten Weg bin. Ich weiss zudem, was ich noch verbessern kann. Ich fokussiere in erster Linie auf das, was ich selber beeinflussen kann. Das heisst primär trainieren, trainieren und nochmals trainieren.

Hast du neben dem Eishockey noch Zeit, um Hobbys nachzugehen?
Aber sicher. Das ist eine Frage des Zeitmanagements. Ich bin gern mit Kollegen und Freunden unterwegs und habe Freude am gemeinsamen Grillieren.

Oder ich gehe im Sommer ins Berner Marzilibad und geniesse ein erfrischendes Bad in der Aare.

Welche Rolle spielen die Familie und Freunde in deinem Leben?
Sie spielen für mich nach wie vor eine ganz wichtige und zentrale Rolle. Ich kann mich voll auf sie verlassen.

Sie unterstützen mich, wo immer sie nur können. Ich kann jederzeit zu ihnen gehen und mir zum Beispiel bei ihnen Rat holen. Ich bin mir bewusst, dass das alles andere als selbstverständlich ist.

Wie fühlt es sich an, wenn man monatelang von der Familie getrennt ist?
Das ist eine Frage der Gewöhnung. Mit 15 Jahren habe ich zum SC Bern gewechselt und war damit zum ersten Mal von meiner Familie getrennt.

Sicher vermisse ich sie heute ab und zu. Den Sommer über verbringe ich aber in der Schweiz und kann so bei meiner Familie sein.

Beim NHL Entry Draft 2017 wählten die NHL-Teams 217 Spieler aus. Deine Mannschaft kürte dich zum First Overall Draft Pick. Du wurdest damit zum höchsten ausgewählten Schweizer der NHL-Geschichte. Was bedeutet dir dieser Erfolg?
Er macht mich einfach sehr glücklich und ich bin auch ein bisschen stolz darauf.

Dieser Erfolg zeigt mir aber in erster Linie, dass ich sportlich auf dem richtigen Weg bin. Er motiviert mich und lässt mich Schritt für Schritt meine Träume verwirklichen.

Wie sieht dein Leben in zehn Jahren aus – anders gefragt: Hast du schon konkrete Vorstellungen über deine Zukunft?
Darüber denke ich zurzeit nicht gross nach. Ich stehe erst am Anfang meiner Karriere und versuche die Dinge Schritt für Schritt zu nehmen.

Gibt es ein Vorbild oder Idol in deinem Leben?
Ja, auf jeden Fall. Das ist Pawel Dazjuk, ein russischer Eishockeyspieler. Ihn bewundere ich für seine sportlichen Erfolge.

Seine Spielweise sowohl in der Offensive wie auch in der Defensive imponiert mir. So möchte ich auch spielen können. Bei ihm habe ich mir schon einige Dinge abgeschaut.

Du stehst im Fokus der Öffentlichkeit. Welche Rolle spielen die digitalen beziehungsweise sozialen Medien in deinem Leben?
Die sozialen Medien sind ein Teil von mir. Einerseits gehören sie zu meinem Leben als Sportler dazu, andererseits nutze ich sie natürlich auch, um mich mit Freunden und Familie auszutauschen, gerade wenn ich in Nordamerika bin.

Du wirst von allen Seiten gelobt. Wie gehst du damit um?
Ich versuche einfach, mich auf das Eishockey und damit auf das für mich Wichtigste zu konzentrieren und nicht zu viel über den ganzen Rummel nachzudenken – oder Zeitungsartikel über mich zu lesen.

Klar, das eine oder andere bekomme ich natürlich schon mit. Das lässt sich heute mit den sozialen Medien gar nicht vermeiden.

Wirst du zu Hause in Naters auf der Strasse von vielen Leuten angesprochen?
In Naters ist das für mich überhaupt kein Problem. Ich werde zwar etwas häufiger als früher angesprochen, aber ich kann mich in meinem Heimatort überall frei bewegen.