Was erhoffen und erträumen sich die meisten Jugendlichen heute?
In unserem Beratungsalltag bei 147 zeigt sich, dass die meisten Jugendlichen sehr normale und nachvollziehbare Träume und Hoffnungen haben.

Hauptsächlich streben junge Menschen nach Akzeptanz, Zugehörigkeit und nach einer beruflichen Perspektive, die materielle Sicherheit verspricht.

Dass sie dabei hohe materielle Ansprüche haben, kann in unserer materiellen Gesellschaft nicht wirklich erstaunen.

Was heisst es für junge Menschen, wenn sich ihre Träume nicht erfüllen lassen?
Grundsätzlich stellt sich jedem Menschen die Aufgabe, den Umgang mit Frustrationen und mit dem eigenen Scheitern zu erlernen.

Die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit setzt die Akzeptanz für die Unvollkommenheit einer Situation oder einer Person, vor allem der eigenen, voraus.

Insofern haben junge Menschen heute eine ganz normale Entwicklungsaufgabe zu bewältigen. Was sich allerdings verändert hat, ist, dass uns permanent suggeriert wird, dass dem Individuum grundsätzlich alles möglich ist.

Was raten Sie Jugendlichen, wenn diese das Gefühl haben, dass «gerade nichts mehr geht» und nichts mehr stimmt?
Wir versuchen in der Beratung zu normalisieren, also ein Verständnis dafür zu wecken, dass jeder Mensch dieses Gefühl kennt.

Dann versuchen wir gemeinsam mit den Jugendlichen den Blick dafür zu schärfen, welche kleinen Handlungen zu einer Verbesserung führen könnten und was sie selber beeinflussen können.

Die omnipräsente Darstellung eines vermeintlich perfekten Lebens von Gleichaltrigen und Stars auf sozialen Plattformen ist eine der Hauptursachen für psychischen Druck bei Jugendlichen.

Es ist tatsächlich ein Phänomen, dass sich offenbar viele Jugendliche von diesen vermeintlich perfekten Bildern unter Druck setzen lassen, obschon sie genau wissen, dass diese nicht echt sind. Es scheint hilfreich zu sein, in der Beratung immer wieder darauf hinzuweisen.